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Stormarner Wochenschau : Das ist ganz großes Theater

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Haben die in Bargteheide ein Rad ab? Oldesloe hat jedenfalls zu wenig Kitaplätze, aber dafür gibt es bald ja Stormarner Wein.

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erstellt am 06.Mai.2017 | 08:00 Uhr

Kehraus

Dicke Luft um Bargteheides Kultur- und Theaterlandschaft gab es in der Vergangenheit immer mal wieder. Wo Reibung entsteht, sprühen halt mitunter die Funken. Doch es folgte stets ein reinigendes Gewitter. Und weiter ging’s im Namen der Kunst, der Kultur und für das Gemeinwohl. Diesmal geht es nicht weiter. Die Kutsche ist endgültig in den Morast gefahren. Für den Kulturring Bargteheide läuft der letzte Akt. Das verwundert schon. Kaum hat der Trägerverein für das Kleine Theater seine Arbeit aufgenommen, stellt der Kulturring seine ein. Und das im 50. Jahr des Bestehens. Schluck! Wie groß müssen die Gräben sein? Wer kocht sein eigenes Süppchen? Kulturring-Frontmann Manfred Kutsche, dessen Verdienste wie die seines Teams unbestritten sind, hat sich mehrmals über das Miteinander beklagt, der Trägerverein gekontert. Es geht hier aber gar nicht um Schuld und Sühne. Es geht vielmehr um ein zwischenmenschliches Armutszeugnis, ein Theater-Trauerspiel ohne Happy End. Ausbaden muss es das Publikum: Die Zuschauer sind erst einmal die Dummen, schauen in die Röhre. Es wird sich schnell zeigen, ob die Stadt gut beraten war, das Heft aus der Hand zu geben, und ob die neuen Besen besser kehren. Die alten haben in fünf Jahrzehnten stets akkurat gekehrt. Da weiß und wusste man, was man hat: einfach gutes Theater!

Einsacken

Versuchen kann man es ja mal. Keine Kitaplätze anbieten können, auf die Eltern eigentlich einen Rechtsanspruch haben, ihnen dann kurzerhand die deutlich höheren Krippengebühren berechnen und das damit schönreden wollen, dass es ja Krippengeld gibt. Dummerweise sind die Mehrkosten in der Regel deutlich höher als die 100 Euro vom Land. Das ist schon dreist. Hätte Bad Oldesloe ausreichend Kitaplätze, wäre der Übergang von der Krippe in den Elementarbereich kein Problem. Hat Oldesloe aber nicht (und auch sonst wohl keine Stadt). Wenn man das geschmeidig hinbekommen wollte, müsste man nämlich über den Bedarf hinaus Plätze vorhalten, die einen Teil des Jahres logischerweise leer stünden. Das kann und will keiner bezahlen. Also muss getrickst werden.

Die Idee der Stadt, dabei Geld vom Land einzusacken, ist legitim. Kann man ja mal versuchen. Bei der Gelegenheit, dann aber auch gleich die Eltern abzukassieren, ist allerdings nicht fair. Der jetzt im Raum stehende Kompromiss, dass die Eltern gewissermaßen die 100 Euro Krippengeld an die Stadt durchreichen, hat Charme. Diese Familien belegen zwar faktisch einen teuren Krippenplatz, da ihre Kinder aber eigentlich in die Kita gehören, steht ihnen dieses Geld nicht zu. Okay, kann man so sehen. Der von der Stadt zu leistende Verwaltungsaufwand wäre aber so groß, dass ziemlich fraglich ist, ob am Ende etwas hängen bleibt – die Stadt redet in der Sitzungsvorlage von 10  000 Mehreinnahmen, mit dem Kompromiss würden es noch weniger ...

Was wirklich bedenklich stimmen muss: Warum wird im Sozialausschuss (!) ausschließlich über die finanziellen Auswirkungen gesprochen, aber nicht mit einer Silbe darüber, was pädagogisch beim Übergang sinnvoll wäre?

Öchsle

In Zeiten, in denen das Portemonnaie zu einem Portmonee verkommen ist, kann man dem „Chateau Lafitte“ nur mit einem „Schatoh Feldmark“ begegnen. So scheinen jedenfalls die Stormarner Weinpioniere Jörn Andresen, Sven Dohrendorf und Leon Zijlstra zu denken. Auf gut drei Hektar bei Delingsdorf soll der Rebensaft mit Stormarner Feldherkunft wachsen und gedeihen. Wie er schmeckt, wird man erst in ein paar Jahren wissen. Aber selbst wenn ein paar Öchslegrade fehlen: Bei dem Namen kann man nicht sauer werden. Und vielleicht fällt ja schon in diesem Jahr ein Fläschchen zum Kreisjubiläum ab.
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