zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 18:04 Uhr

Bargteheide : „Das ist eine Mogelpackung“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Anlieger in Bargteheide wehren sich gegen den Bebauungsplan. Sie befürchten, dass der Investor zu viele Freiheiten bekommt.

Diesen Mittwoch geht es im Bargteheider Planungsausschuss wieder um das Grundstück Voßkuhlenweg 8 bis 14. Der überarbeitete B-Plan wird erneut diskutiert und soll anschließend erneut ausgelegt werden. Anwohner wehren sich gegen die Massivität der dort geplanten Bebauung.

Direkt betroffen sind Harald Büttner und Ingo Suhn, deren Grundstücke direkt nördlich liegen. Ihre Grundstücke würden von dem zwölf Meter hohen Baukörper verschattet. Besonders pikant finden sie, dass noch vor knapp drei Jahren ein Bauantrag des Voreigentümers abgelehnt wurde. Begründung der Stadt damals: Sie verfolge weiterhin das Ziel, dass nur entlang der Straße gebaut werden darf. Die Bebauung eines Pfeifenstiel-Grundstücks sei nach Ansicht des Planungsausschusses städtebaulich nicht erforderlich.

„Ich konnte vor acht Jahren noch nebenan auf einem solchen Grundstück bauen“, wundert sich Suhn. Auf Nachfrage sagte ihm eine Mitarbeiterin der Verwaltung dazu lakonisch, die politischen Mehrheiten könnten sich eben ändern.

Noch immer liegen auch keine konkreten Baupläne vor. Lediglich die Umrisse einer Tiefgarage im hinteren Teil, eine mittige Zufahrt dorthin und die Baufenster sind im geänderten Bebauungsplan 8 neu eingezeichnet. Geplant sind auf dem gut 4000 Quadratmeter umfassenden Grundstück bis zu 40 Wohnungen ohne Sozialbindung. Der Inhalt des städtebaulichen Vertrags zwischen Stadt und Investor ist vertraulich.

Nach der ersten Auslegung wurde die Firsthöhe um einen Meter auf zwölf reduziert. Die Traufhöhe ist jetzt auf neun Meter festgelegt und die Baugrenzen im Norden und Süden reduziert. Außerdem hat die Stadt jetzt ein Verschattungsgutachten angefordert. Zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss könnten auf den Baufeldern entstehen. „Nach der Landesbauordnung sind zwei Staffelgeschosse möglich“, sagt Büttner. „Bei zwölf Metern Firsthöhe und drei Metern pro Geschoss macht das durchaus Sinn.“

„Wesentliches ist im vorliegenden Plan nicht vorgegeben“, kritisiert Suhn, „das ist eine Mogelpackung.“ Normal wäre ein Angebots-B-Plan, ergänzt sein Nachbar: „Hier wird ein Durchführungsplan beraten, der dem Investor viele Freiheiten lässt.“ Die Nachbarn haben anwaltlichen Rat eingeholt. „Wenn es Aussichten auf Erfolg gibt, würden wir gegen einen Bebaungsplan klagen“, sagt Büttner, „wenn er tatsächlich so verabschiedet wird.“

Kurios ist auch, dass eines der überplanten Grundstücke noch gar nicht im Besitz des Investors ist. „Das ist kein Hindernis für einen B-Plan“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Im zweiten Schritt gebe es jetzt Gelegenheit zu Stellungnahmen. Voraussichtlich werde die Stadtvertretung endgültig am 20. Juli darüber entscheiden.

Am Mittwoch berät der Planungsausschuss erneut darüber, die Sitzung im Ratssaal beginnt um 18.30 Uhr. Das Ergebnis wird dann für 14 Tage in verkürzter Frist ausgelegt. In dieser Zeit können Änderungswünsche und Anregungen erneut eingereicht werden. Danach entscheidet voraussichtlich der Ausschuss endgültig darüber und legt das der Stadtvertretung zum Satzungsbeschluss vor. In der Regel folgt die den Beschlüssen im Ausschuss.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen