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Stormarner Wochenschau : Das ist ein ganzer Rattenschwanz ...

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Warum PEG-WED keine Lösung eines wichtigen Problems verspricht und Altenheim zur Last werden können.

PEG-WED

Alle dreieinhalb Minuten wird in Deutschland in eine Wohnung eingebrochen, 149 500 mal im vergangenen Jahr. Das sind 185 Einbrüche auf 1000 Einwohner. In Hamburg ist das Risiko mehr als doppelt, in Ahrensburg sogar 3,5 mal so hoch wie im Durchschnitt. Bundesweit werden nur 15,5 Prozent der Fälle aufgeklärt. Sowohl die Gewerkschaft der Polizei als auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter sprechen da von Deutschland als „Paradies für Einbrecher“. In Stormarn geht es noch paradiesischer zu. Hier ist nicht nur das Risiko für die Bewohner höher, sondern auch der Risiko der Entdeckung viel geringer. Nicht mal jeder 20 Einbruch kann aufgeklärt werden. Es wurde also durchaus Zeit, dass man sich bei der Polizei Gedanken machte und eine Ermittlungsgruppe ins Leben rief. Spurensicherung und Informationsaustausch nicht nur innerhalb Schleswig-Holsteins, sondern auch mit Hamburg und Niedersachsen stehen erster Stelle. Schließlich hat man es meist mit professionellen, reisenden Tätern zu tun. Die Aussicht auf Beute ist groß, das Risiko erwischt zu werden, verschwindend gering. Da kann man von PEG-WED – die Abkürzung der Präventions- und Ermittlungsgruppe ( PEG) für Wohnungseinbruchsdiebstahl (WED) – keine grundsätzliche Verbesserung erwarten, zumal die PEG-Polizei nur 13 Mann stark ist. Immerhin echte 13, und nicht wie die wilde 13, die ja, weil kopflos, nur zwölf waren. Aber mit Strafverfolgung allein ist das Problem nicht zu lösen. Da ist auch der Gesetzgeber gefordert.

 

Pyrrhussieg

Der Verkauf der ehemaligen Kreisaltenheime in Ahrensburg und Reinfeld ist vom Tisch. Als alles schon vertütet schien, hatte die SPD neue Bedenken angemeldet und vom Investor nochmal eine Klarstellung verlangt, dass man die Tarifverträge für die Mitarbeiter auch auf jeden Fall bis 2021 gelten, wie es 2001 beim Verkauf der Heime an Asklepios vereinbart worden war. Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass die Gewerkschaft und die Mitarbeiter etwas Druck gemacht hatten. Hinzu kamen verunglimpfende Mails über „Machenschaften“ der Azurit-Gruppe. Kann sein, dass die Firma sich nicht mehr willkommen fühlte, kann aber auch sein, dass ihre Kalkulation nicht mehr aufging. Ob das ein für die Mitarbeiter ein echter oder eher ein Pyrrhussieg ist, dürfte sich bald zeigen. Azurit war nicht der erste Kaufinteressent für die Heime. Man darf also davon ausgehen, dass Asklepios bald einen anderen Investor präsentieren wird. Der Krankenhauskonzern will die seinerzeit im Paket miterworbenen Alten- und Pflegeheime los werden – grundsätzlich und vermutlich auch, weil die Gebäude ziemlich renovierungsbedürftig sind.

 

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erstellt am 05.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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