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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 08:43 Uhr

Das ist doch mal eine Maßnahme!

vom

Private Investoren aus Bargfeld-Stegen hauchen der früheren Schrotmühle wieder Leben ein / Weitere Mieter gesucht

Bargfeld-Stegen | Der "Dornröschenschlaf" ist vorbei: Dem seit zirka 13 Jahren brach liegenden und verwitterten ehemaligen Schrotmühlen-Komplex in Bargfeld-Stegen wird neues Leben eingehaucht. Private Investoren sind gefunden, die mit diesem Vorzeigeprojekt in der Gemeinde und für die Gemeinde, für die Region ein Zeichen setzen wollen.

Das Bargfelder Architekten-Duo - Carsten Unger und Stefan Meier - nimmt viel Geld in die Hand, um aus dem heruntergekommenen Gebäude im Ortskern wieder ein Schmuckstück zu machen - ein Dienstleistungszentrum. Insgesamt 915 000 Euro sind eingeplant. Davon steuert die Aktivregion Alsterland, seit 2009 berechtigt, europäische Fördermittel in Anspruch zu nehmen, genau 99 250 Euro bei. Die restlichen gut 815 000 Euro obliegt den Privatleuten.

Schlaflose Nächte haben "Unger + Meier" deshalb aber nicht. Alles sei abgeklopft und überprüft, selbst Unvorhersehbares einkalkuliert. "Das ist unser täglich Brot", erklärt Carsten Unger bei der Vorstellung des nicht unerheblichen Kraftaktes: "Wir sind frohen Mutes", stimmt ihm Stefan Meier schmunzelnd zu. Dabei ist das Ziel hoch gesteckt. Bereits zum 1. Juli 2014 sollen die Mieter einziehen können. Ein oder besser eine Mieterin ist bereits gefunden, der Vertrag unter Dach und Fach.

Die ortsansässige Allgemeinmedizinerin wird vom derzeitigen Standort, Mittelweg 7, an die Kayhuder Straße 13 umziehen und im Erdgeschoss 180 Quadratmeter nutzen. "Die Praxisräume werden auf die Bedürfnisse der Ärztin zugeschnitten", so Unger. Derzeit sei die Praxis nicht barrierefrei. Ein wichtiger Grund für den Umzug.

Eine der Büroeinheiten im Obergeschoss (80 m²) übernehmen die Eigentümer selbst. "Da Auftragsvolumen und Personalstärke des Büros am Raiffeisenweg seit der Gründung 2001 stetig gewachsen sind", so Unger, seien größere Räumlichkeiten gesucht worden, in Bargfeld aber schwer zu finden. Da Landflucht in die Stadt für beide nicht in Frage kam und das Duo sich mit dem Ort identifiziert, reifte der Gedanke, vorhandene Gebäude zu nutzen, wie die Schrotmühle. Auch wenn man an einer Totalsanierung unter Erhalt des historischen Charmes nicht vorbei kommt.

Mit der Baumaßnahme "wollen wir gleichzeitig ein Zeichen gegen den Trend setzen, das immer mehr Betriebe aus dem ländlichen Raum in die Städte abwandern und dieser ausblutet", betont Stefan Meier: "Als Architekten sehen wir es als Herausforderung an, zu zeigen, dass die Sanierung eines bestehenden Gebäudes eine Alternative zum Abriss und Neubau darstellt und der Verlust von alten Gebäuden im Ortsbild nicht einfach hingenommen werden muss." Das nimmt die Gemeinde, das Amt Bargteheide-Land, die Aktivregion Alsterland und das für EU-Zuschüsse zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) mit großer Freude zur Kenntnis. "Den Mittelweg weiter zu beleben, Geschäfte zu sichern, neue anzulocken sowie Arbeitsplätze zu halten hat Vorbildcharakter", so Ulrich Bärwald.

Gerade der ländliche Raum stehe vor Herausforderungen. Da sei die Umgestaltung der Schrotmühle sehr gut für die Gemeinde, für die Wirtschaft, merkt Axel Strunk, Dezernatsleiter des LLUR, Außenstelle Lübeck, an, der den Förderbescheid in der Tasche hatte: "Alle Beteiligten profitieren." Bernd Gundlach, Alsterland-Vorsitzender und Amtsleiter Bargteheide-Land brachte zum Ausdruck, dass alle Ziele der Aktivregion erfüllt seien.

Gedanke des Gewerbe- Zentrums mit gemeinsamer Küche, Besprechungsraum etc. ist es, eine Plattform für verschiedene Dienstleister zu schafffen. Ein geballtes Angebot unter einem Dach. Das berge Potenzial für Synergieeffekte, sind sich die Investoren sicher. Sie suchen weitere Mieter für freie Büroflächen im Ober- und Dachgeschoss des Gebäudes. Interessenten gebe es bereits, weitere können sich aber gerne melden: (04532) 281817 oder info@UngerMeier.de; www.UngerMeier.de.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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