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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 04:03 Uhr

Interview : „Das ist das Nonplusultra“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Martin Steinbek, Interimstrainer von Fußball-Regionalligist SV Eichede, über seine neue Aufgabe, sein Erfolgsrezept und seine Zukunft.

Dreieinhalb Wochen ist es her, dass Martin Steinbek als Interimstrainer den erfolglosen Jörn Großkopf bei Fußball-Regionalligist SV Eichede abgelöst hat. Steinbek, Inhaber der Elite-Jugend-Lizenz des DFB, hat beim Tabellenschlusslicht frischen Wind reingebracht und die Mannschaft stabilisiert. Der Lohn waren drei Punkte im letzten Spiel vor der Winterpause beim 4:0-Erfolg über den Lüneburger SK. Ob der 46-jährige ehemalige Ligaspieler des SVE die Regionalliga-Mannschaft auch in der Rückrunde betreut, steht noch nicht fest. Im Interview mit dem Stormarner Tageblatt spricht Martin Steinbek über sein Erfolgsgeheimnis, seine Zukunft und seine Wünsche für Weihnachten.

Martin Steinbek, die Formkurve des SV Eichede zeigt nach ihrer Amtsübernahme nach oben. Warum sind Sie der richtige Mann für den SVE?

Ich kenne einfach die Gegebenheiten in Eichede, das ist etwas ganz Spezielles. Es ist ein Dorfverein, bei dem bestimmte Dinge weitergegeben werden, wie Teamspirit, eben dieser „Bravehearts“-Gedanke. Man muss in dieser Hinsicht in den Verein passen, ein Zwischending gibt es da nicht.

Wie sind Sie ihre Aufgabe angegangen?

Ich wusste, was für die Mannschaft wichtig ist. Einige Spieler wie Evgenij Bieche, Mats Facklam und Christian Peters hatte ich ja schon als Jugendspieler trainiert und kannte sie daher sehr gut. Wir haben bewusst Schwerpunkte gesetzt, damit die Mannschaft stabiler steht und wieder Selbstvertrauen bekommt. Wir haben im Training schnell gemerkt, wie verunsichert das Team war. Dass das nach drei Wochen bereits so gut funktioniert, damit war nicht zu rechnen, aber es spricht natürlich für uns. Mit dem Sieg gegen Lüneburg haben wir ein Ausrufezeichen gesetzt.

Sie haben frischen Wind reingebracht. Was war denn die größte Baustelle?

Ganz klar der Offensivbereich. Wie kommen wir aus der Verteidigung in die Zone, in der wir uns Torchancen erarbeiten können? Stabil stehen ist gut – aber man kann nicht 90 Minuten nur verteidigen. Daher war das erste Spiel wichtig, um Sicherheit in der Defensive zu gewinnen und den Ball bei Eroberung schnell nach vorn zu tragen. Zu punkten stand da noch gar nicht so sehr im Fokus. Wir haben dann zwei, drei Ideen entwickelt und umgesetzt. Im dritten Spiel hat es geklappt, weil wir höher standen und der Weg zum Tor nicht mehr so weit war.

Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf innerhalb der Mannschaft in der Winterpause?

Das Potenzial ist da, die Jungs haben das zuletzt gut gemacht. Aber wir müssten uns in der Breite besser aufstellen. Die Innenverteidigerposition ist gut besetzt, das defensive Mittelfeld auch. Wir könnten aber Backups auf den Außenverteidigerpositionen gebrauchen und einen Stürmer, der Erfahrung und das Knipsergen hat. Wenn wir Pawel Lysiak, der die vergangenen drei Wochen viel mit der Arbeit zu tun hatte, wieder in Form bringen können, wäre das schonmal etwas.

Gegen Lüneburg hat Mats Facklam dreifach getroffen...

... und ein besseres Bewerbungsschreiben gibt es gar nicht. Ich hatte vor dem Spiel mit ihm gesprochen und ihm gesagt, wie leid es mir getan hat, dass er keine Einsatzzeiten hatte. Dann hat er gespielt – und es hat einfach alles gepasst.

Unabhängig davon, ob Sie weitermachen dürfen oder nicht: Wie sehr haben Sie als Regionalliga-Coach im Herrenbereich Blut geleckt?

Ich hatte nie das Ziel, den Fußballlehrer zu machen und irgendwann im Profifußball zu landen. Zumal meine letzte Station im Herrenbereich bei Siebenbäumen übel geendet ist – so ehrlich muss man sein –, weil sich die Mannschaft nach dem verpassten Aufstieg verändert hatte und ich nicht das Team zur Verfügung hatte, das ich haben wollte. Die Trainingsbeteiligung war auch schlecht. Bei der Eicheder C-Jugend kam dann der Spaß zurück. Ich war wieder mittendrin. Das jetzt gerade ist das Nonplusultra. Das ganze Team um Abteilungsleiter Heino Keiper und Ligamanager Malte Buchholz unterstützt uns unglaublich. Alle haben uns zugearbeitet und mir von Anfang an das Gefühl gegeben, dass ich jetzt der Chef bin. Die Strukturen, die Oliver Zapel geschaffen hat, sind exzellent.

Sie hatten am Montag ein Gespräch mit dem Vorsitzenden Olaf Gehrken. Wie sind Sie verblieben?

Wir pflegen seit 20 Jahren ein freundschaftliches Verhältnis und haben über viele Dinge gesprochen und die Situation analysiert. Aber das Gespräch war nie dazu gedacht, eine Entscheidung für oder gegen mich zu fällen. Ich freue mich, weil die Aufgabe momentan genial ist, aber es wäre auch keine Enttäuschung, wenn ich wieder die U  15 übernehmen sollte. Von der Erfahrung, die ich gerade sammele, würde auch diese Mannschaft und der Verein insgesamt profitieren.

Weihnachten steht vor der Tür. Sportlich oder persönlich – was wünschen Sie sich?

Sportlich wünsche ich mir, egal wer den SV Eichede trainiert, dass die Person die Kehrtwende und vielleicht noch den Klassenerhalt schafft. Wer das Team richtig anpackt, kann es schaffen. Persönlich wünsche ich mir, dass meine Kollegen bei der Post und ich jetzt in der Vorweihnachtszeit alles, was anfällt, reibungslos über die Bühne bringen können und alle gesund bleiben.

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