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Stormarner Wochenschau : Das ist alles doppelt gemoppelt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Geld für ein PR-Konzept im Kulturpelz, ein Standort für ein Kino und Strom aus Wasserkraft – aber bitte nicht hier. Themen im Wochenkommentar.

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erstellt am 20.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Schön dicke

Das ist ja mal eine abgefahrene Nummer. Der Oldesloer Tennisverein hat ein Imageproblem. Ein Open-Air-Konzert soll das lösen. Schaut her, eigentlich sind wir ganz coole Socken. „Jeden Tag Silvester“ sollen im April ordentlich Publikum auf die Anlage spülen. Ob das dem Verein wirklich hilft? Da sind Zweifel angebracht. Aber vor allem muss man doch fragen: Was hat die Stadt damit zu tun? Oldesloer Band, Oldesloer Verein – naja. Reicht das schon, damit die Stadt 5000 Euro aus ihrer Schatulle zuschießt? Immerhin ist das rund ein Drittel der kalkulierten Kosten.

In weiten Teilen der Politik ist sauer aufgestoßen, dass der Tennisverein gleich zwei Töpfe unabhängig voneinander anzapft. Vom Bürgermeister hat er sich 2500 Euro zusichern lassen und parallel dazu auch noch einen Zuschuss aus dem Kulturetat beantragt. Es steht ja nirgendwo, dass das verboten ist. War das gewollt, oder haben wir es wirklich so dicke? Der Verdacht liegt nahe, dass da eine ganzheitliche Betrachtung fehlte. In seiner jovialen Art, wie wir ihn so kennen, hat Bürgermeister Tassilo von Bary gesagt: „Tolle Idee, klar unterstütze ich euch.“ Schon waren die ersten 2500 Euro quasi bewilligt. Dass da noch ein weiterer Antrag kommt, konnte doch keiner ahnen ...

Vergangenes Jahr hat Dieter Harms die Band in seinem Feierwerk ohne Zuschuss präsentiert und wer weiß, ob es nicht noch andere Möglichkeiten und Wege gibt, JeTaSi zu erleben.

Alternativ

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Alternative mögen Windräder und bezweifeln, dass Vögel dadurch umkommen könnten (Beim Bau von Straßen und Autobahnen sind sie allerdings überzeugt, dass Vögel und Fledermäuse zu blöd sind, Autos auszuweichen.) Und Stromtrassen mag man auch (ein bisschen), wenn sie umweltfreundlichen Strom aus skandinavischer Wasserkraft transportieren.

Problematisch wird es komischerweise, wenn hier Strom aus Wasserkraft gewonnen werden soll, auch wenn’s nur Kilo- und keine Megawatt sind. „Entsetzt“ war man im Umweltausschuss, dass ein Wasserkraftwerk in der Trave genehmigt wurde. Vermutlich hätte die Wasserbehörde das Gremium vorher einbinden sollen, auch wenn es nichts zu entscheiden gab. Die Politik war aber vor zwei Jahren eingeladen, sich die Demonstration der Anlage in Sühlen selbst anzusehen. Wäre einer gekommen, hätte man vielleicht Lösungen finden können, die weniger Sorgen hervorrufen.

Katalysator

Die Enttäuschung bei P & B Bau Consulting, ist verständlich. Susanne Philipp und Rainer Briesemeister hatten mit ihrem Entwurf für ein Kino an der Alten Reitbahn den Grundstein dafür gelegt, dass wieder ein Kino in Ahrensburg gebaut wird. Allerdings nicht an der Reitbahn, sondern am Bahnhof: Der Bauausschuss stimmte für das Konzept der Konkurrenten. Ohne das Engagement von P  &  B würden die Politiker wohl vermutlich weiter über mögliche Standorte diskutiert, aber nichts entscheiden. Nun war nicht nur der allgemeine Wunsch der Ahrensburger in den Köpfen, sondern auch zwei Konzepte inklusive Kinobetreiber. Eine echte Chance hatte P  &  B vermutlich nicht. Der Vorteil der Melchers-Gruppe, das Edeka-Grundstück am Bahnhof zu besitzen, war nicht auszugleichen. Aber wäre die Melchers-Gruppe ohne P  &  B-Planung überhaupt auf die Idee einer Verlagerung des Supermarkts an die Reitbahn gekommen? Und wenn ja, wäre das in der Politik, mehrheitsfähig gewesen? P  &  B kann sich nichts dafür kaufen, aber ohne sie wäre die unendliche Geschichte vermutlich weitergelaufen – ohne Kino.
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