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Deutsche Knochenmarkspenderkartei : Das gute Gefühl, Leben zu retten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Oldesloerin Mareike Eitner (22) wurde über die Deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS) zur Lebensretterin.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Ein gutes Gefühl haben und eines Tages tatsächlich helfen können – das waren die Motive, die die Oldesloerin Mareike Eitner (22) vor einigen Monaten dazu bewogen, sich in die Deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS) aufnehmen zu lassen.

„Ein Stäbchen in den Mund, und man ist damit durch. Ich fand es selbstverständlich, das zu tun und habe mir dann erstmal keine weiteren Gedanken gemacht“, berichtet sie. Doch kurz darauf meldete sich die DKMS. Ihr Knochenmark sei auf Grund bestimmter Kombinationen besonders interessant, verbunden mit der Frage, ob sie bereit sei, sich weitergehenden Untersuchungen zu unterziehen. „Ich dachte zunächst: Hoppala, das geht jetzt aber echt ein wenig schnell. Ich soll jetzt sofort zu weiteren Untersuchungen?“ Doch da sie die Sache angefangen hatte und helfen wollte, habe sie sich dann dafür entschieden.

Bei der Untersuchung zeigte sich, dass sie direkt helfen könnte. „Eine erkrankte Italienerin Mitte 40 benötigte dringend Knochenmark. Wir sind fast genetische Zwillinge. 70 bis 80 Prozent Übereinstimmung“, erklärt Eitner. Sie habe kurz gegrübelt, dann sei ihr schnell klar geworden, dass sie nicht „Nein“ sagen könne, wenngleich auch Angst dabei war. „Bekannte hatten gehört, dass das Knochenmark direkt aus den Rücken entnommen wird und man danach womöglich in seinen Bewegungen eingeschränkt ist“, erzählt sie. „Doch beim Beratungsgespräch mit der DKMS am Telefon konnten diese Befürchtungen schnell zerstreut werden. Das stimmt alles nicht. Das Knochenmark wird aus dem Beckenkamm entnommen.“ Für den Eingriff ging es mit ihrer Freundin nach Köln. „Das war alles sehr professionell und sehr nett. Natürlich merkt man nach dem Eingriff ein wenig etwas. Aber das ist es wert“, sagt sie tief bewegt.

In 100 Tagen darf sie nachfragen, ob ihr Knochenmark der Italienerin helfen konnte. „Ich hoffe es so sehr. Dabei zu helfen, ein Menschenleben zu retten, hat mir jetzt schon so viel gegeben. Es ist ein irres Gefühl. Ich habe mich dadurch auch positiv verändert. Ich denke mehr darüber nach, welches Glück ich habe, gesund zu sein“, sagt die junge Oldesloer, die eine pädagogische Ausbildung absolviert. Sie ist so angetan von der DKMS und den Menschen, auf die sie dort traf, dass sie als Botschafterin tätig werden möchte. „Es fehlt an Aufklärung. Auch ich hatte unbegründete Ängste. Die möchte ich zerstreuen. Mein Plan ist, ab Spätsommer an Schulen zu gehen, um über die Knochenmarkspende zu berichten und wie das tatsächlich abläuft.“

„Wir müssen dieses Thema öffentlicher machen, mehr darüber reden und Krankheiten nicht verschweigen oder an den Rand drängen. Sie gehören zum Leben und man sollte helfen, wo man helfen kann“, betonte die Oldesloerin.

 


Mehr Information zur DKMS im Internet unter www.dkms.de



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