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Rettunghunde im Stresstest : Das große Spürnasentreffen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Bargfeld Stegen finden noch bis Sonntag die Deutschen Meisterschaften der Rettungshunde statt.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Konzentriert schaut der Schäferhund auf sein Herrchen, folgt jeder Anweisung, springt auf die Hindernisse, krabbelt schleunigst durch den kleinen Tunnel und ist in Windeseile wieder „bei Fuß“. Die Wertungsrichterin macht ihre Notizen und erklärt, was als nächste Herausforderung warte. Die Deutschen Meisterschaften der Rettungshunde haben am Freitagmorgen in Bargfeld-Stegen begonnen.

85 Teilnehmer sind angereist und messen sich noch bis Sonntag in den unterschiedlichsten Disziplinen. Da es eine offene Meisterschaft ist, sind Teams aus den Niederlanden, der Schweiz, der Slowakei, Dänemark und Tschechien am Start. Und so herrscht ein interessantes Sprachenwirrwarr am Rande des Wettkampfs. Neben den 85 Startern sind etwa 50 Helfer rund um den Sportplatz dabei. „Es ist schon eine Mammutaufgabe“, erklärt Hauptorganisatorin Bärbel Dreisow vom Verein der deutschen Schäferhunde, Ortsverband Bargfeld-Stegen.

Die Vorbereitung dauerte ungefähr ein Jahr. „Es muss viel bedacht werden. Genehmigungen müssen eingeholt, die gesamte Organisation ganz genau ausgeführt und eben auch alles den Regeln nach aufgebaut werden“, erklärt sie. „Wir suchen hier schließlich nicht nur die Deutschen Meister, sondern auch die möglichen nächsten Weltmeister. Denn die Qualifikation ist hier möglich.“ Gerne wäre sie auch mit ihrem Hund Valaska dabei gewesen. Doch daran sei gar nicht zu denken. „Ich selbst und die anderen Mitglieder der lokalen Vereine können zum Großteil nicht selbst starten. Dafür ist zu viel zu tun, zu viel zu bedenken“, sagt Dreisow. Neben dem Parcours auf dem Sportplatz gibt es noch Wettkämpfe, bei denen Vermisste und Verschüttete gesucht werden. Diese finden im Grabauer Wald und in einem Borsteler Kieswerk statt.

Der große Aufwand und der Verzicht auf einen eigenen Start sind die Mühen wert. Denn so ist es gelungen, die Meisterschaft erstmals nach Norddeutschland zu holen. „Das ist eine Premiere. Bisher spielte sich das nie hier oben bei uns ab. Und das wollten wir gerne ändern. Auch für den Hundesport hier in der Region“, so die Hauptorganisatorin weiter.

„Die Arbeitsflächen stellen eine angemessene und prüfungsgemäße Herausforderung dar. Wir freuen uns auf eine faire und erfolgreiche Meisterschaft in der Fährtensuche, Flächensuche, Trümmersuche sowie in der Unterordnung und Gewandtheit“, lobt Detlef Kühn, Obmann für das Rettungshundewesen beim Deutschen Verein für Hundewesen.

Die Organisatorin selbst hofft, dass die Wettkämpfe für noch mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit sorgen. „Ich wende mich an Politik und Gesellschaft und möchte mir zurecht mehr Aufmerksamkeit und mehr Unterstützung für die ehrenamtlichen Rettungshundeführer wünschen. Auf diesem Wege möchte ich alle Interessierten ermutigen, weiter daran zu arbeiten und mitzuhelfen, die oft unüberwindbar erscheinenden Barrieren zu beseitigen“, sagte Dreisow. „Die Bereitschaft, sich im Rettungs- und Katastropheneinsatz zum Schutz des Lebens anderer zu engagieren, verdient höchste Anerkennung“, pflichtet ihr Landrat Klaus Plöger bei.

Und so sei das Event eben nicht nur eine spannende, sportliche Veranstaltung, sondern auch eine Übung mit ernstem Hintergrund. Zuschauer sind willkommen. Höhepunkt wird am Sonntag eine Vorführung der Hundeführer des Hautpzollamts Hamburg um 14.30 Uhr auf dem Sportplatz sein.

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