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Bad Oldesloe : Das große Krabbeln auf dem Mosaik

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das ist mal ein besonderes Projekt: Mosaik-Künstlerin Siobhan Tarr fertigt zusammen mit Kindern ein riesiges Kunstwerk für die Kita Steinfelder Redder.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2016 | 06:00 Uhr

Ameisen mit sieben Beinen, rosarote Krabbelkäfer, dicke Schmetterlinge, Hirschkäfer mit gewaltigen Zangen und Phantasietiere mit einem lustigen Gesicht auf dem Rücken liegen bei Siobhan Tarr im Keller ihres Hauses in Seefeld. Die Mosaik-Künstlerin beherbergt hier momentan eine ganz skurrile Sammlung außergewöhnlicher Krabbeltiere, die von Kindern der Kita Steinfelder Redder erschaffen wurden und aus denen gerade ein riesengroßes Mosaik entsteht.

Dieses außergewöhnliche Kunstprojekt wurde im vergangenen Jahr von der Stadt Bad Oldesloe initiiert und im Rahmen eines Wettbewerbes unter dem Motto „Kunst im öffentlichen Raum“ ausgeschrieben. Die bekannte Mosaik-Künstlerin Siobhan Tarr wurde von einer Jury auserkoren, ein Kunstwerk zusammen mit den Kita-Kindern zu erschaffen, das den vor anderthalb Jahren eröffneten Neubau im Steinfelder Redder verschönern soll. Hintergrund ist die Intention der Stadt, bei öffentlichen Bauvorhaben ein prozentual definiertes Budget für Kunst zu investieren.

„Als ich das erste Mal in den Eingangsbereich des Kindergartens kam, fiel mir das riesige Fenster im Galeriebereich mit Blick in einen grünen Knick auf“, erzählt die gebürtige Engländerin, die mit ihrer Familie schon lange in Seefeld lebt. Und damit war auch die Entscheidung gefallen, ein großes Wand-Mosaik mit vielen kleinen Krabbeltieren zu schaffen und sich damit der natürlichen Welt der Kinder zu nähern – der Natur hinter der Kita.

Siobhan Tarr fertigte zunächst eine Skizze für das Mosaik an. Ein überdimensional großer Junge beugt sich über Insekten, um sie genau zu beobachten. Daneben liegen eine Becherlupe und ein Kescher, die in einem Stück gefertigt und mit Hilfe eines besonderen Verfahrens auf Fliesen gebrannt wurden. Das gleiche Verfahren kam bei den Insekten und Spinnen zum Einsatz, die von insgesamt 46 Kita-Kindern zwischen drei und sechs Jahren zunächst mit Stiften auf Papier gemalt wurden.

Die Künstlerin nahm die Bilder mit nach Hause und bearbeitete sie grafisch am PC, bevor sie sie als Vorlage für das Digital Ceramic Transfer-Verfahren nutzen konnte. „Die Transfers werden wie Abziehbilder auf helle Keramaikfliesen gelegt und bei 800 Grad im Brennofen gebrannt“, erzählt Siobhan Tarr, für die danach erst die eigentliche Arbeit am Mosaik beginnt, denn die filigranen Beinchen der Tiere müssen mühsam mit einer Mosaikzange ausgeschnitten werden, bevor sie in das große Kunstwerk integriert werden können. Mehr als 200 Arbeitsstunden benötigte die Seefelderin bisher dafür und das rund 3,5 Quadratmeter große Riesenmosaik ist noch lange nicht fertig.

Der Hintergrund des Bildes besteht aus tausenden kleinen hellen Fliesenstückchen, die alle einzeln aufgeklebt werden müssen. Dem Jungen gegenüber sitzt über einem stilisierten grünen Knick ein riesengroßer blauer Käfer. „Kinder sind fasziniert von Insekten. Sie forschen gerne in der Natur und können sich mit den Motiven des Mosaiks identifizieren“, weiß die dreifache Mutter Siobhan Tarr. Die Kita-Kinder, die ihre Insekten bereits im Januar malten, statteten „ihren“ fertig gebrannten Tieren jetzt im Seefelder Atelier einen Besuch ab – und staunten nicht schlecht. Schnell entdeckten sie ihre Entwürfe auf dem Mosaik – egal ob Tausendfüßler, Motte, Raupe, Ohrenkneifer oder Schmetterling. Noch in diesem Sommer soll das Mosaik fertiggestellt und dann im Eingangsbereich der Kita aufgehängt werden. Beim Betreten des Gebäudes gibt es dann einen überwältigenden Blickfang.




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