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Großhansdorf : Das Genesungsheim ist heute eine renommierte Fachklinik

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Dezember des Jahres 1900 wurde die Urzelle der heutigen Lungen-Clinic Großhansdorf eröffnet.

Man schrieb das Jahr 1900, Großhansdorf zählte 230 Einwohner, die U-Bahn sollte erst 21 Jahre später kommen und bei jeder offiziellen Veranstaltung gehörte es sich, den Kaiser hochleben zu lassen. Wie es aus einer zeitgenössischen Beschreibung hervorgeht auch bei einem Ereignis am 11. Dezember 1900 datiert.- Vor 115 Jahren wurde das des „Genesungsheims für Tuberkulose“ der Landesversicherungsanstalt der Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen eröffnet, Ursprung der heutigen Lungen-Clinic am Wöhrendamm in Großhansdorf.

Das Genesungsheim mit 50 Betten für „blutarme und bleichsüchtige Rekonvaleszenten weiblichen Geschlechts“ (Bleichsucht war die Umschreibung der Tuberkulose) musste in den folgenden Jahren ständig erweitert werden. Wegen der schlechten Wohnverhältnisse in jener Zeit konnten sich ansteckende Krankheiten schnell ausbreiten.

1903 eröffnete dann auf dem Gelände des heutigen „Haus Eilberg“ ein Invalidenheim für männliche Personen (ab 1952 nur für Kinder), die „durch Lungenschwindsucht erwerbsunfähig geworden waren“. In einer der damaligen Reden hieß es, dass die Isolierung der Kranken das sicherste Mittel sei, um die Verbreitung der Krankheit einzuschränken. Die Zahl der Tuberkulosekranken, bei denen keine Besserung zu erwarten war, wurde Jahr in Deutschland auf eine Million Menschen geschätzt.

Das markante „Urgebäude“ am Wöhrendamm mit seinen zwei Querflügeln, in dem das erste Röntgengerät in Großhansdorf stand. wurde 1961 abgerissen. Zuvor entstand der neungeschossige Neubau. Erst im vergangenen Jahr wurde ein neuer hochmoderner Funktionstrakt eröffnet. Die Lungen-Clinic verfügt heute über 217 Planbetten und gilt international als renommierte Fachklinik für Pneumologie und Thoraxchirurgie, zudem gibt es zahlreiche Diagnostik- und Therapieeinrichtungen zur Behandlung von Lungenerkrankungen.

„Die Klinik ist Mitglied im Universitären Lungenzentrum Nord. 2006 bekamen wir die Anerkennung als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Lübeck“, sagt der Ärztliche Direktor Professor Dr. med. Klaus F. Rabe nicht ohne Stolz. „Die Klinik ist zudem eine der 18 Forschungsinstitutionen des Deutschen Zentrums für Lungenforschung und hat damit eine führende Rolle in der Erforschung und Anwendung neuester medizinischer Erkenntnisse.“

Seit 1990 gibt es ein Schlaflabor mit elf Messplätzen, in dem nächtliche Atmungsstörungen diagnostiziert und therapiert werden. Rund 420 Mitarbeiter, davon 54 Ärzte, stehen zur Verfügung. Jährlich werden 8000 Patienten stationär und 4000 Patienten ambulant behandelt. Pro Jahr gibt es rund 4000 Chemotherapien.

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