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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 03:00 Uhr

Das gedeckelte Spielschiff

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Aalfangschule bekommt zwar außerplanmäßig Geld für neue Gerätschaft, aber weniger als beantragt

Spielschiff „Jonathan“ sorgte für lange Debatten in der Ahrensburger Stadtvertretung. Am Ende gab es allerdings nicht mehr Geld, als der Bildungsausschuss auf Antrag der SPD empfohlen hatte: 30 000 Euro. Vergeblich hatte Jutta Thun, Leiterin der Aalfangschule, zu Beginn um eine höhere Summe gebeten. 52 800 Euro würden insgesamt benötigt, sagte sie, Schulverein und Schule hätten bereits 8500 Euro gesammelt.

Im Beschlussvorschlag der Verwaltung war noch die volle Summe abzüglich eines Eigenbetrags von 7500 Euro als außerordentliche Ausgabe enthalten. Zur Deckung sollten Minderausgaben für die Turnhalle der Schule und beim Bau der Cafeteria der Grundschule Reesenbüttel genommen werden.

Gegen die außerplanmäßige Ausgabe argumentierte Peter Egan von der WAB. Der Posten gehöre in den Etat 2015, „sonst könnte ein Schattenhaushalt entstehen.“ Er stelle das Budgetrecht des Stadtparlaments nicht infrage und schiebe auch nichts durch, wehrte sich Bürgermeister Michael Sarach: „Es gibt genug Haushaltsreste, um das Projekt schon in diesem Jahr zu realisieren.“ Sonst verzögere es sich bis zum kommenden Sommer.

„Wir kürzen auch an anderen Schulen“, sagte Doris Unger (SPD). Ein Spielschiff könne auch für 30 000 Euro beschafft werden, zudem sollten mindestens drei Angebote dafür eingeholt werden. Ob die Summe in diesem oder kommenden Jahr bereitgestellt werde, ändere wenig, meinte Tobias Koch (CDU). 30 000 Euro seien jedenfalls ein gutes Zeichen. Die Stadt könne 2015 auch in Vorleistung gehen und die Differenz werde später zurückgezahlt. Dabei blieb es dann in der Abstimmung.

Grund für Kürzungen ist die klamme Haushaltslage Ahrensburgs. Statt eines erhofften Überschusses von einer Million Euro wird jetzt ein Fehlbetrag von einer Million für das nächste Jahr prognostiziert. Die Konsolidierung des Haushalts wird vom Innenministerium angemahnt und bleibt damit auf der Tagesordnung.

„Alle Ausschüsse sagen mir, sie können nicht noch mehr sparen“, so Peter Egan (WAB). Gestiegene Personal- und Unterhaltungskosten verursachten das Minus im Haushalt. Trotzdem zeigte sich Egan optimistisch: „Wir können die schwarze Null erreichen.“

Skurril wurde die politische Debatte beim Antrag der Grünen. Sie wollten den „Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren unseren Dank und unsere Anerkennung für die unermüdlichen Einsätze in Form einer Feier zeigen.“ Alle Stadtvertreter waren sich einig, dass die „erhebliche Mehrbelastung durch die extreme Zunahme der Brände“ durchaus die 3500 Euro wert seien, die die Grünen vorgeschlagen hatten. Die SPD legte noch einen drauf, und Achim Reuber forderte 5000 Euro. Bevor man in einen „Überbietungs-Wettlauf“ gerate, sollte man lieber abstimmen, schlug Tobias Koch (CDU) vor. Die Mehrheit entschied sich für 3500 Euro für ein „Jahresendfest“ der Wehren.

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