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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 14:34 Uhr

Höhenflug : Das gallische Dorf des Badmintons

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dem TSV Trittau gelang der Aufstieg in die Badminton-Bundesliga – und damit der Sprung auf die Kandidatenliste bei der Wahl zu Stormarns Mannschaft des Jahres 2013.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Trittau ist das gallische Dorf des deutschen Badmintons. Kaum ein Verein hat so wenig Mitglieder wie der TSV, bei kaum einem Club ist die Stimmung in der Halle indes so gut wie in Trittau. Die meisten Gegner in der Bundesliga dürften den Ort im Kreis Stormarn nur vom Hörensagen kennen. Sie wissen um die Erfolge im Jugendbereich, die großen Talente, die der TSV in den vergangenen Jahren herausgebracht hat. Doch spätestens seit dem Jahr 2013 sollten die meisten nun auch wissen, wo Trittau genau liegt. Denn dem TSV gelang Historisches: Die erste und die zweite Mannschaft stiegen jeweils auf, so dass der kleine Verein nun in der ersten und zweiten Bundesliga vertreten ist – ein Grund, warum das erste Team nominiert wurde bei der Wahl zu Stormarns Mannschaft des Jahres.

Mit so einer rasanten Entwicklung hatte bei den Trittauern niemand gerechnet, innerhalb von neun Jahren gelang der Durchmarsch aus der Bezirksklasse bis ins Oberhaus. Nun spielt der Dorfverein im Konzert der Badminton-Elite mit, als einer von nur drei Clubs, der in den beiden höchsten Klassen Deutschlands vertreten ist.

Dabei geht der TSV anders vor, als die meisten Konkurrenten. Zwar können auch die Trittauer nicht auf Top-Spieler aus dem Ausland verzichten, die Identifikation mit dem Verein muss aber gegeben sein. Zudem wird immer wieder den Talenten die Chance gegeben, sich auf höchstem Niveau zu beweisen. Mit dieser Strategie schaffte es die erste Mannschaft in der Saison 2012/2013 mit lediglich einer Niederlage aufzusteigen – auch die Reserve in der Regionalliga Nord musste sich nur einmal geschlagen geben. Seitdem geht es für beide Teams darum, das nächste Wunder zu schaffen: den doppelten Klassenerhalt.

Schon in der Hinrunde der Saison 2013/14 wurde deutlich, wie schwer dieses Unterfangen werden würde. Während sich die zweite Mannschaft bereits etablieren konnte und kurz vor dem Erreichen des Saisonziels steht, überwintert das Top-Team auf einem Abstiegsplatz. Das Niveau in der Bundesliga ist noch einmal um einiges höher, Chancen müssen daher sofort und konsequent genutzt werden. Das mussten die Trittauer mehrfach schmerzlich erfahren, einige Male verpassten sie einen möglichen Punktgewinn nur knapp. Hoffnung für die Rückrunde machen Kapitän Nikolaj Persson, der nach überstandener Verletzung immer besser in Fahrt kommt, und Sarah Walker, die im Idealfall deutlich häufiger auflaufen kann als bislang.

Mit den sportlichen Erfolgen kam aber auch viel mehr Arbeit auf die Sparte zu. Zum einen ist die Organisation der Spieltage selbst deutlich umfangreicher geworden, zum anderen stiegen die Kosten rasant. Mehr als 60 000 Euro zusätzlich kostet den TSV die doppelte Bundesliga-Teilnahme. Der erhoffte Großsponsor konnte nicht gefunden werden, trotz großer Unterstützung von der Gemeinde und der Trittauer Wirtschaft bewegt sich die Sparte immer noch an der Grenze des Machbaren. Das Abenteuer Bundesliga ist es den Verantwortlichen aber wert, zumal das Team seine Konkurrenzfähigkeit mehrfach unter Beweis stellte.

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