zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 00:48 Uhr

Bargteheide : Das Frühlingserwachen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein feiert den Saisaonauftakt in einer Bargteheider Gärtnerei.

shz.de von
erstellt am 18.Mär.2016 | 06:00 Uhr

Als hätten es Schleswig-Holsteins Landwirtschaftskammerpräsident Claus Heller und das Bargteheider Floristenehepaar so arrangiert, strahlte die Frühlingssonne gestern Mittag über der Gärtnerei Jentsch in Bargteheide. Gemeinsam läuteten sie ganz offiziell die floristische Frühlingssaison ein. „Für viele Betriebe ist die Phase zwischen März und Juni ein Teil des Kerngeschäfts im Jahr. Wir wissen, dass Gärtnereien in dieser Spanne rund 60 Prozent ihres Jahresumsatzes machen“, erklärte Claus Heller. Doch in den vergangenen Zeiten habe sich gezeigt, dass immer mehr Blumenliebhaber flexibler einkaufen und im Zweifel sogar Pflanzen aus dem Internet bestellen. Traditionelle Pflanzzeiten seien unwichtiger geworden.

Schlimm sei es daher, wenn die Gärtnereien – auch wegen Wetterkonstellationen – auf den pflanzfertigen Saisonblumen sitzen bleiben. „Verbraucher sollten gezielt nach Ware aus der Region fragen, wir können zwar keine Preise machen, unterstützen aber als Landwirtschaftskammer selbstverständlich den Trend zur Stärkung regionaler Produkte“, sagte Heller. „Mir ist es wichtig, dass ein Produkt tatsächlich aus der Region stammt und das nicht nur auf der Verpackung steht. Wenn ich einen Coca-Cola-Truck vor mir sehe auf dem steht, dass das Getränk in der Region hergestellt wurde, hat das für mich einen Beigeschmack“, erklärt Kai Jentsch, der das Problem aus dem eigenen Geschäftsbereich kennt. „Manchmal scheint es einfacher zu sein, eine Tulpe aus Holland einzukaufen, als eine, die direkt vor der Haustür gewachsen ist“, so Heller. Damit der Trend zu noch mehr regionalen Blumen weiter gestärkt wird, hat sich das Netzwerk www.nordfreun.de gegründet, dessen Vorsitzender er ist. Das Netzwerk ist ein Verbund aus Gärtnereien und Fachhandel in der Metropolregion Hamburg.

„Es geht uns um einen Erhalt und eine Aufwertung der Kulturlandschaft, soziales Engagement und auch Bereiche wie die Logistik. Oft kennt man ja das Angebot einer Gärtnerei in der Umgebung gar nicht. Da wollen wir untereinander und nach außen besser kommunizieren“, so Jentsch. „Es geht uns dabei auch darum, bestehende Strukturen noch besser zu nutzen. Wir wollen, dass in Zukunft allgemein mehr Blumen aus Schleswig-Holstein auch direkt vor Ort ihre Abnehmer finden.“ So setzt sein Unternehmen zum Beispiel aus Tulpen aus eigener Kultivierung. „Das hat sich mittlerweile immer weiter rumgesprochen. Die Nachfrage wächst ständig“, berichtet Birte Jentsch. „Wir stehen als Landwirtschaftskammer fest an der Seite des neuen Netzwerkes. Wir haben durchaus ein wachsendes Interesse an Produkten aus der Region registriert“, sagte Heller.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen