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Stormarner Tageblatt

16. August 2017 | 19:59 Uhr

Bargteheide : Das erste Weingut in Stormarn

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zwischen Hammoor und Bargteheide sollen Reben wachsen. 20 Wines und Gartenbau Andresen haben einen Antrag für die Anpflanzung eingereicht.

Der erste Schritt ist gemacht: 20  Wines aus Ahrensburg, das Gartenbaucenter Andresen aus Bargteheide und Leon Zylstra, Absolvent der Fachhochschule für Wein in Geisenheim, beantragen beim Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft in Bonn die Genehmigung zur Neuanpflanzung von Rebflächen für das erste Stormarner Weingut.

Wer sich wie Sven Dohrendorf, Inhaber von 20  Wines, seit Jahrzehnten mit Wein beschäftigt, Güter, Winzer und internationale Messen besucht und von dem Jahr im Weinberg immer wieder fasziniert ist, bekommt irgendwann den Wunsch nach dem eigenen Weingut. Eigentlich wollte Sven Dohrendorf nur ein bis zwei Hektar pachten, um ein mit Freunden, Kunden und Weinliebhabern einen Verein für ein „WIR–Weingut" zu gründen.

Mit dem Gartenbaucenter Andresen hatte man bereits einen adäquaten und kompetenten Partner gefunden. Leon Zylstra, der sein 1. Semester als Praktikum bei 20  Wines absolviert hatte, prüfte die ausgewählten Flächen, ließ die Böden in Geisenheim untersuchen und schrieb seine Bachelorarbeit zum Thema „Gründung eines Weingutes in Schleswig-Holstein.

Grundsätzlich darf jeder für den Eigenverbrauch 99 Reben pflanzen. Wenn man sie kommerziell verwerten möchte, braucht man Pflanzrechte. 2009 hatte Schleswig-Holstein zehn Hektar von Rheinland Pfalz ergattert, die von Kiel auf Antrag auf fünf Weingüter im nördlichsten Bundesland verteilt wurden. Auf dem Gut Deutsch-Nienhof bei Westensee, dem Ingenhof in Malkwitz, dem Hof Altmühlen bei Grebin sowie auf den Nordseeinseln Sylt und Föhr wird seitdem Wein angebaut. Als im Sommer 2015 ein EU-Gesetz fünf Hektar weitere Rebfläche für Schleswig Holstein vorsah, sahen die Stormarner das als ihre Chance. Zwischen Hammoor und Bargteheide, nördlich der L  89 wollen Andresen und Dohrendorf die Solaris-Rebe anpflanzen, die robust ist und sich in Schleswig-Hostein bereits bewährt hat. Der Antrag des Dreigestirn zur Neuanpflanzung von Rebflächen wurde am 29. Februar angenommen und wird bis zum 31. Juli von Bonn entschieden.

Ob und wie viel Rebflächen den Antragstellern zugesprochen werden, ist offen. Wein wuchs schon vor 150 Jahren in Stormarn. „Die 1500 notwendigen Sonnenstunden erfüllen wir allemal“, sagt Dohrendorf, und die neue Rebzüchtungen würden auch in nordeuropäischen Regionen erstaunliche Qualitäten hervorbringen. Und dass es in Ahrensburg bereits die Straße Am Weinberg gibt, sollte ein gutes Omen sein.

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erstellt am 07.Mär.2016 | 08:00 Uhr

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