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Für die nächsten Jahre ausgebucht : Das erste grenzüberschreitende Gewerbegebiet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Rahlstedt/Stapelfeld entsteht das erste länderübergreifende Gewerbegebiet, Stormarn braucht aber viel mehr Flächen.

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 06:00 Uhr

Das erste grenzüberschreitende Gewerbegebiet zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg wird in Stormarn entstehen. Die Erweiterung des Rahlstedter Merkurparks in Richtung Stapelfeld ist unter Dach und Fach. „Wir wollen zeigen, dass gemeinsame Wirtschaftsförderung möglich ist“, sagt Norbert Leinius. Als Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) hat er immer betont, dass die Wirtschaft nicht in Landes- oder gar Kreisgrenzen denkt und deshalb Kooperationen mit Hamburg initiiert.

Als „Impulsgeber für mehr Gemeinsamkeiten“, konnte er im Ahrensburger Schloss den Erfolg gemeinsam mit Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer verkünden. Pläne für ein gemeinsames Gewerbegebiet mit Hamburg in Barsbüttel hatte man zuvor ad acta legen müssen. Eine Erweiterung wird es dort trotzdem nördlich des Kreisels Rahlstedter Straße geben, allerdings nur auf Barsbütteler Gebiet. Drei Hektar sind für Möbel-Höffner vorgesehen, zwölf Hektar für örtliche Betrebe.

Die Erweiterung des Merkurparks ein paar Kilometer nördlich wird mit insgesamt 37 Hektar deutlich größer. An der Sieker Landstraße werden es 18 Hektar sein, davon zwölf bis 15 auf Stapelfelder Gebiet. Und es soll ein qualitativ hochwertiges Gewerbegebiet werden. „Der Merkurpark hat für uns Vorbildfunktion. Wir wollen dort 80 bis 90 Betriebe ansiedeln. Einzelhandel wird es nicht geben. Wir planen Tiefgaragen für die Angestellten und offene Entwässerungsgräben“, so Leinius.

Insgesamt muss Stormarn aber wesentlich mehr Gewerbeflächen anbieten. Laut Gutachten werden bis 2025 knapp 150 Hektar benötigt. „Der Druck ist enorm. Wir können die Nachfrage kaum befrieden und müssen bei Anfragen häufig sagen, dass es zurzeit leider nicht geht“, bedauert Detlev Hinselmann, der de in vier Wochen das Erbe von Norbert Leinius antritt.

Deshalb will die WAS auch möglichst schnell mit Beimoor–Süd in Ahrensburg vorankommen. 23 Hektar sind es insgesamt, 15 hat die WAS von der Stadt gekauft, die dafür gerade den B-Plan neu entwickelt. Ein privater Investor hatte vor kurzem von einem Landwirt die acht Hektar gekauft, auf die Famila und Co umziehen wollten. Das wird neu verhandelt, „aber es wird jetzt Zeit, dass wir anfangen können“, so Leinius.

Ende nächsten Jahres sollen auch die Bagger am Kreuz Bargteheide anrücken. Der lange geplante Autohof konnte ebenfalls mit Minister Meyer eingetütet werden. Weil sich die Bestimmungen für den Bau von Autobahnkreuzen verändert hatten, wird er jetzt nicht mehr zwischen A21 und A1, sondern auf der anderen Seite der A1 nördlich der L  89 geplant.

„Wir unterstützen das. Ein Zielabweichungsverfahren ist für einen Autohof nicht notwendig“, sagt Meyer. Sechs Hektar sollen ausgewiesen werden. Leinius: „Das soll kein Abstellplatz für Lkw werden. Wir wollen dort auch ein Motel und die Anlaufstelle für Tourismus unterbringen.“

Notwendig ist der Autohof bereits heute, da Lkw auf der Suche nach Stellplätzen häufig die Gewerbegebiete zuparken. Ganz dringend wird er aber, wenn die Fehmarnbelt-Querung kommt. Die sei ebenso „eine Chance für die Region wie der neue Bundesverkehrswegeplan“, so Mayer, in dem der Ausbau der B  404 zur Autobahn bis Schwarzenbek in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wurde. „Wir müssen als Land jetzt die Voraussetzungen schaffen, das auch umzusetzen“, so Meyer selbstkritisch.

Er wie auch Leinius rechnen trotzdem mit einem Zeitraum von zehn Jahren bis zur Planfeststellung, bei dem weniger die A21-Trasse, sondern der Neubau des Autiobahnkreuzes Bargteheide die größte Herausforderung sein dürfte. Und im nächsten Plan des Bundes sollte dann auch der Weiterbau der A  21 über die Elbe vorgesehen sein, so Landrat Klaus Plöger. „Die Blauen Kreuze können da sicher nicht das Signal sein“, sagte er mit Blick auf die Stormarner Grünen, die sich dem Ostholstein er Bündnis gegen Fehmarnbelt angeschlossen haben.

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