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Stormarner Tageblatt

18. November 2017 | 13:28 Uhr

Bad Oldesloe : Das Ende einer Brücke

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Bauausschuss will kein Geld für den Neubau der Holzbrücke über die Trave bewilligen.

Manchmal muss man alte Brücken einfach abbrechen, auch wenn es schwer fällt. Zu dieser fast schon philosophischen Erkenntnis sind die Politiker im Oldesloer Bau- und Planungsausschuss gekommen. Die hölzernen Fußgängerbrücke über die Trave zum „Weg zum Travestadion“ ist so baufällig, dass sie mittlerweile wegen Unfallgefahr gesperrt ist. „Sie kann nicht mehr sinnvoll restauriert werden. Das heißt, dass sie muss abgerissen und komplett neu gebaut werden. Die Kosten dafür werden ungefähr 350  000 Euro betragen“, erläuterte Bauamtsleiter Thilo Scheuber. Das Geld müsste in den Haushalt für 2018 eingestellt werden.

„In der Vergangenheit hatte die Brücke eine echte Verkehrsbedeutung, die sehen wir jetzt nicht mehr. Man könnte sie nur aus historischen Gründen erhalten. Aber dafür sind bei unserer Haushaltslage 350  000 Euro viel Geld. Die CDU stimmt für einen ersatzlosen Abriss“, sagt Christdemokrat Uwe Rädisch. „Diese Brücke für viel Geld abzureißen und neu zu bauen, ist dem Steuerzahler nicht zu verkaufen. 100 Meter weiter steht ja schließlich eine andere Möglichkeit die Trave zu überqueren“, pflichtete ihm Matthias Rohde (FBO) bei.

„Wir finden die Brücke nicht so sinnlos. Für Wanderer ist es wichtig, dass sie eben nicht über die Betonbrücke an der Straße gehen müssen. Daher ist der Abriss nur möglich, wenn Wanderer ab sofort durch das Travestadion gehen können. Dort gibt es dann ja eine Brücke“, sagte Wilfried Janson (Grüne). „Die Brücke am Stadion hält auch nicht mehr lange und muss sicherlich bald komplett saniert werden. Das wären dann 700  000 Euro. Das sehen wir ein, dass das keinen Sinn macht – daher Abriss der einen Brücke ja, wenn der alternative Weg zugesagt wird“, so Janson.

„Erste Gespräche mit dem VfL Oldesloe haben ergeben, dass es keine Möglichkeit gibt, einfach so einen Weg durch das Stadion zu ermöglichen“, erklärte der Bauamts-Leiter. Ein öffentlicher Weg öffne Vandalismus Tor und Tür und sei nicht vereinbar mit eintrittspflichtigen Veranstaltungen. Als Alternative soll stattdessen geprüft werden, ob ein Stück des Stadiongrundstücks mit einem neuen Zaun abgetrennt werden könnte. Dazu müssten Gespräche mit dem VfL geführt werden.

Der Abriss der baufälligen Brücke wurde einstimmig beschlossen. „Die Kosten dafür sollen aber niedrig gehalten werden. Das möchte ich ausdrücklich betonen“, gab Rädisch dem Bauamt mit auf den Weg.

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