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Stormarner Tageblatt

22. November 2017 | 06:37 Uhr

Das Ehrenamt ist ihr Hobby

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seit 50 Jahren ist die gebürtige Ratzbekerin beim DRK-Sanitäts- und Betreuungsdienst, in der Kleiderkammer und beim Blutspenden

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 11:37 Uhr

Für Edith Litzenroth ist ehrenamtliches Engagement im Dienste ihrer Mitmenschen eine Selbstverständlichkeit. Seit 50 Jahren opfert sie ihre freie Zeit für die DRK-Ortsgruppe Reinfeld. Heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr, bedauert sie. Es fehle – wie auch in allen anderen Vereinen – an jüngerem Nachwuchs. Am Mittwoch, 23. April, um 19 Uhr wird sie für ihren Einsatz bei der Mitgliederversammlung in der Begegnungsstätte geehrt. Nicht die erste Auszeichnung für die 71-Jährige, die mit ihrem Mann Horst – 49 Jahre beim DRK Reinfeld aktiv – in Steinfelderhude wohnt. 1999 erhielt sie bereits das Bundesverdienstkreuz für ihr unermüdliches Engagement.

Doch Edith Litzenroth winkt ab: „Die Auszeichnungen sind mir nicht wichtig, wichtig sind mir die Menschen, das Reinfelder DRK und die Gemeinschaft. Ich freue mich, wenn ich helfen kann.“ Ihren 50-jährigen Dienst bezeichnet sie als „unser Hobby“, ihr zweites ist der große Gemüsegarten hinter dem Haus. 50 Jahre verkaufte sie gemeinsam mit ihrer Schwester auf dem Reinfelder Wochenmarkt.

Als junges Mädchen trat sie 1964 der DRK-Ortsgruppe bei. „Ich machte dort eine Ausbildung zur Schwesternhelferin“, erinnert sie sich. Und prompt landete sie im Sanitätsdienst, der damals in einer Hütte in Wesenberg Wochenenddienst an der Autobahn schob. Und weil ihr das Engagement so viel Freude bereitete, trat sie auch gleich dem Betreuungsdienst bei, wo sie noch heute mit dem DRK-Team unermüdlich in der Modul-Feldküche kocht. Eine Auszeichnung hat das Betreuungsteam bereits für seinen Kartoffel-Steckrüben-Eintopf erhalten. „Wir können alles kochen – sogar ein Vier-Gänge-Menu“, schmunzelt Litzenroth. Bewährter sind allerdings die deftigen Eintöpfe bei Feuerwehr-Übungen und DRK-Einsätzen. Gern erinnert sich die sympathische Seniorin an eine große Übung im Jahre 1966, bei der das Reinfelder DRK die Landesregierung bekochte.

Neben der Verpflegung kümmert sich das Team auch um warme Decken, Zelte, Tisch und Stühle bei Brandeinsätzen wie vor kurzem in Bargteheide und Reinbek, bei diversen Einsätzen der Polizei und Feuerwehr. „Beim Reinfelder Hochwasser 2010 haben wir das gesamte THW und die Feuerwehr 14 Tage lang bekocht“, blickt sie zurück. Auch bei Stormini und bei städtischen Festlichkeiten steht Edith Litzenroth mit ihren DRK-Mitstreiterin bereit. Das sei zwar immer viel Arbeit, manchmal werde die ganze Nacht „durchgekocht“, aber in einer Gemeinschaft mache es doch vor allem viel Freude. Entschädigt wird Edith Litzenroth durch über die Jahre entstandene Freundschaften.

Gemeinsam mit Ingrid Baumgart leitet sie seit einigen Jahren außerdem die DRK-Kleiderkammer. 1991 fuhr die gebürtige Ratzbekerin mit dem DRK nach Sankt Petersburg, um dort „eine ganze Fuhre voller Kleidung“ an Hilfsbedürftige zu verteilen. 50 Jahre hilft sie bei den Reinfelder Blutspendeterminen mit, bereitet alles vor, umsorgt die Spender, schmiert Brote, hat immer ein aufmunterndes Wort auf den Lippen.

„Für das, was man gibt, bekommt man unendlich viel zurück“, sagt sie. Dass soziales Engagement „ansteckend“ ist, beweist Sohn Dirk, der das Amt des Zugführers von seinem Vater übernommen hat. Auch die Schwiegertochter ist beim DRK aktiv. Woher sie die Energie nimmt, weiß sie nicht so genau: „So lange ich kann, werde ich weitermachen.“

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