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Das Urgestein : Das Dorf, wo noch Milch und Honig fließen

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Klein Wesenbergs Bürgermeister Herbert David ist Stormarns ältester amtierender Bürgermeister. Mit mehr als 180 Gästen feierte das Urgestein seines Heimatdorfes seinen 80. Geburtstag in der Hamberger Sporthalle.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2013 | 18:50 Uhr

Er ist Stormarns ältester amtierender Bürgermeister und aus seinem Heimatort nicht wegzudenken. Jetzt feierte das „Klein Wesenberger Urgestein“ – wie ihn seine Mitstreiter bei der Feuerwehr und im Gemeinderat liebevoll nennen- seinen 80. Geburtstag mit über 180 geladenen Gästen in der Hamberger Sporthalle. Die begrüßte er selbstverständlich auf Plattdeutsch.

Er sei froh, dass er diesen Ehrentag miterleben dürfe, sagte David, der die Glückwünsche sichtlich bewegt entgegennahm. Ein Ständchen vom Chor des Vereins „Musik vor Ort“ rührte ihn fast zu Tränen. Herbert David habe jahrelang ehrenamtlich und zum Wohle der Gemeinde gearbeitet – ob als Gründer der Jugendfeuerwehr, Mitbegründer des Seniorenkreises, als Bürgermeister oder in der Dorfgemeinschaft, lobte sein Stellvertreter Henning Hochstein das Engagement des 80-Jährigen. „Du gehörst mit zum Inventar“, schloss er.

Amtsvorsteher Paul Friedrich Beeck ließ es sich nicht nehmen, Herbert David für die gute Zusammenarbeit zu loben. Er genieße eine hohe Wertschätzung im Amt Nordstormarn. Kaum jemand schaffe es wohl, 46 Jahre lang Gemeindevertreter zu sein. Im Vergleich zum benachbarten Lübeck sei Klein Wesenberg eine „sehr gepflegte, aufgeräumte Gemeinde“, so Beeck. Zudem habe David es geschafft, dass sein Heimatort als erster in Nordstormarn ans Glasfasernetz angeschlossen wurde. Nicht von ungefähr sei David bei der letzten Wahl mit überwältigender Mehrheit als Bürgermeister bestätigt worden.

Amtsfeuerwehrführer Albert Iken bezeichnete den Jubilar als „ausgesprochen engagierten Feuerwehrmann“. David war viele Jahre Wehrführer in Klein Wesenberg, stellvertretender Amtswehrführer und bis 1997 auch Amtswehrführer in Nordstormarn. Er gründete die Jugendwehr in seiner Gemeinde und rief das erste Amtsfeuerwehrfest ins Leben. Für sein Engagement erhielt er die höchste Auszeichnung des Feuerwehrverbandes.

Herbert David wurde in Klein Wesenberg geboren, wuchs dort auf und wollte eigentlich Landwirt werden. Daraus wurde dann aber nichts, Er ging zur Eisenbahn, arbeitete vier Jahre im Lübecker Hafen und war später 40 Jahre Versicherungskaufmann. 1959 hatte er seine Frau Erika heiratete, mit der er zwei Kinder hat. So ganz nebenbei beschäftigte er sich mit der Bullen- und Heidschnuckenzucht und begann 1982 mit der Imkerei, die er noch heute intensiv betreibt. „Jeden Morgen einen Löffel Honig verlängert das Leben“, meint er mit einem Augenzwinkern.

1963 trat er in die Feuerwehr ein. Mit 29 Jahren war er damals ein sehr junger Wehrführer: „Viele sahen in mir noch den Bengel, denn ein Wehrführer musste einfach graue Haare haben.“ 1989 wurde er mit großem Zapfenstreich aus der Feuerwehr verabschiedet, blieb aber bis heute Mitglied.

48 Jahre engagierte David sich in der Kommunalpolitik. Er war jahrelang stellvertretender Bürgermeister und ist seit 1996 ununterbrochen Bürgermeister. Sein Motto war immer „erst überlegen, dann reden“ Seit 15 Jahren engagiert er sich zudem beim Gemeindetag Schleswig-Holstein, gründete den Seniorenkreis und ist im DRK aktiv. Zudem war David Hauptschöffe beim Landgericht. Für seine Verdienste wurde Herbert David neben vielen anderen Ehrungen mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

1994 initiierte er die Dorfgemeinschaft, die 2014 ihren 40. Geburtstag feiert. Fazit des rührigen Klein Wesenbergers: „Ich war gerne Bürgermeister und habe gerne hier in meinem Dorf gelebt, wo noch Milch und Honig fließen.“ Darauf, so der Jubilar verschmitzt, einen selbst gebrannten Birnenschnaps.

 

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