Das Buch lebt!

Frederike Harder leitet den Standort Bargfeld-Stegen, hier mit Direktor des Büchereivereins, Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen.
Frederike Harder leitet den Standort Bargfeld-Stegen, hier mit Direktor des Büchereivereins, Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen.

Zweckbau für den Stormarner Bücherbus in Bargfeld-Stegen eingeweiht

shz.de von
08. März 2018, 11:25 Uhr

Der neue Standort der Stormarner Fahrbücherei ist nicht einfach zu finden. Google Maps kennt die Straße Kopperschmidt im Gewerbegebiet noch nicht. Dort ist am Wendehammer ein Zweckbau entstanden, wo der Bücherbus im Trockenen steht. Das war beim vier Jahre währenden Provisorium im Oldesloer Rögen nicht der Fall und hat die Arbeit in diesem Winter behindert. „Wir dürfen nicht auf die Straße, wenn auf dem Dach ein halber Meter Schnee liegt“, sagt der Vorsitzende des Büchereivereins Schleswig-Holstein, Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen.

400 000 Euro hat das Gebäude gekostet, zwei Drittel davon hat der Kreis Stormarn finanziert. „Wir haben unseren Anteil durch die eingesparte Miete refinanziert“, sagt Lorenzen. Es sei ein Sahnegrundstück, wenn auch umstritten: „Den einen war es zu wenig, den anderen zu viel Gewerbe.“

25 000 Bücher und Medien birgt der neue Standort, etwa 4000 führt der Bus mit sich. Bibliothekarin Frederike Harder kennt die Vorlieben vieler Leser auf dem Lande schon und bereitet so die Auswahl vor. Sie verfügt jetzt über eines de letzten Exemplare der Dorfchronik von Bargfeld-Stegen, die Bürgermeister Andreas Gerckens als Präsent mitbrachte. „Wir haben in der Gemeinde regelmäßig die höchsten Ausleihzahlen“, sagte er. Für den ländlichen Raum und besonders für einen Schulstandort sei ein mobiles Bildungsangebot wichtig.

Der Neubau sei ein Signal, dass der Kreis dieses Angebot langfristig unterstütze, so Landrat Dr. Henning Görtz. Es sei eine Aufgabe der Kreisverwaltung, überall für gleichwertige Lebensbedingungen zu sorgen. Deshalb finanziere der Kreis dieses Angebot mit 190 000 Euro jährlich für die laufenden Kosten. Die Fahrbücherei biete heute viel mehr Medien als nur Bücher. Fürs Lesen warb auch Lorenzen: „Vor 70 Jahren wurde Buch mit der Einführung des Fernsehens schon totgesagt, doch die Zahl der Neuerscheinungen ist seitdem deutlich gestiegen.“ Dennoch werde Kindern heute zu wenig vorgelesen. Die Leseförderung in Kitas und Grundschulen sei eine wichtige Aufgabe. Zwar können die Leser ihre Medienwünsche auch online aufgeben. „Die meisten kommen aber ohne Vorbestellung in unseren Bus“, weiß Frederike Harder. Gut 60 000 Ausleihen habe es im vergangenen Jahr gegeben, eine Gebühr fürs eigene Sortiment gibt es nicht. Bestellt könnten auch Bücher aus anderen Büchereien, dafür wird dann ein Euro fällig.





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