Neue Hochspannungsleitungen : „Das bringt uns nicht weiter“

Tennet- und Ministeriums-Vertreter stellten den bisherigen Stand zur Strom-Autobahn durch Stormarn vor.

23-2117406_23-54777749_1400258067.JPG von
28. März 2014, 11:45 Uhr

„Das ist ein Kommunikations-Desaster“, fasste Gerold Rahmann von den Grünen zusammen, was dem Hauptausschuss zur Planung einer 380 KV-Leitung präsentiert wurde. Projektleiter Carsten Schmidt und John Karl Herrmann von Tennet sowie Dr. Markus Hirschfeld, Referatsleiter aus dem Energieministerium hatten zwar viel von alten Planungen für eine Ostküstenleitung erzählt, die eingestellt und nun wieder aufgenommen worden seien, von Umspannwerken, die man im Segebergischen und in Lübeck bauen müsse, von Widerstandsanalysen und möglichen Planverfahren, aber fast nichts von Stormarn. Entsprechend sah das Kartenmaterial aus, das der Beamer an die Wand des Kreistags warf: Lübeck und die Ostsee waren zu erkennen.

„Es wäre schön, wenn auch der eine oder andere Ortsname auf der Karte vorhanden wäre“, sagte Landrat Klaus Plöger: „Selbst der dümmste anzunehmende Zuhörer muss verstehen, was sie begreiflich machen wollen. Das ist heute nicht nachvollziebar gelungen.“ Einen „schlechten Scherz“ nannte es Lukas Kilian (CDU), und Gerold Rahmann bestätigte den Vortragende, dass für so einen Vortrag „alle meine Doktoranden eine Fünf gekriegt hätten.“

Das Gegenargument war immer gleich und schwach: Man habe frühzeitig informieren wollen und könne deshalb wenig Konkretes sagen. „Wenn wir mit den fertigen Plänen gekommen wären, hätten sie sich zu Recht beschwert, dass wir nicht früher informiert haben“, so Schmidt und Hirschfeld. Dass Stormarn „vielleicht überhaupt nicht betroffen“ sein könnte, ist angesichts der drei Suchkoridore allerdings kaum möglich. Selbst bei der nördlichsten Variante, einer 380 KV-Leitung parallel zu A20 würde sie über Stormarner Gebiet führen, als „Ersatz“ für die vorhandenen 110- oder 220 KV-Leitungen sowieso. „Normalerweise sind wir nicht so böse, sagte Ausschussvorsitzender Hans Helmut Enk, bedankte sich und bat darum, dass die Herren doch mit konkreten Plänen und Aussagen wiederkommen sollten, am besten in den Planungsausschuss.

So viel kam immerhin raus: Es soll eine Projektgruppe für die Ostseeküstenleitung – das Projekt 72 im NEP 2013 – geben, und man wolle nicht nur in die Gremien, sondern auch zu den Bürgern, „weil die Akzeptanz wachsen kann, wenn man es erklärt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen