Von Bargteheide nach Washington: : Das ambitionierte Projekt vereint Gospel und deutsche Folklore

Freuen sich auf viele Teilnehmer (von links): Angela Thomsen, Janice Harrington, Karsten Thomsen, Pastor Jan Roßmanek und Volker Thomsen.
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Freuen sich auf viele Teilnehmer (von links): Angela Thomsen, Janice Harrington, Karsten Thomsen, Pastor Jan Roßmanek und Volker Thomsen.

Volker Thomsen hat das Konzept für den „German Folk & Gospel Project Choir“ entwickelt, der in Bargteheide zum Mitmachen einlädt.

shz.de von
19. Mai 2015, 06:00 Uhr

Von Bargteheide bis nach Washington soll ein ambitioniertes musikalisches Projekt führen. Zunächst ist dafür ein regionaler Workshop im Stadthaus geplant. Dazu sind Chorsänger aller Stilrichtungen und jeglicher Vorbildung eingeladen. „Wir möchten damit klassische deutsche Folklore und den Gospel zusammenführen“, sagt der musikalische Leiter Volker Thomsen. Das Ergebnis des Workshops wird mit einem Konzert in der Ev. Kirche vorgestellt.

Volker Thomsen hat das Konzept für den „German Folk & Gospel Project Choir“ entwickelt. „Anders als übliche Folklore-Chöre proben wir ohne Noten mehrstimmig“, sagt er. Für diese Arbeit hat er neue Arrangements entwickelt. Gospel-Chöre probten ohnehin meist ohne Noten. Mit der Jazz- und Gospel-Sängerin Janice Harrington und dem Pianisten Andreas Paulsen hat er zwei namhafte Musiker für das Projekt gewonnen.

Janice Harrington leitet seit vielen Jahren Gospel-Workshops. „Es ist eine tolle Erfahrung, der ganze Raum swingt mit“, erinnert sich Karsten Thomsen daran. Diese Atmosphäre könne auch dazu beitragen, deutsche Lieder in neuem Gewand zu präsentieren. Das sei bitter nötig, denn in den Schulen werde kaum noch gesungen und die Chöre litten unter Mitgliederschwund.

Mit neuen, dynamischen Rhythmen und Sätzen könne das Liedgut durchaus neben dem Gospel bestehen, so Volker Thomsen: „So bleibt der Spannungsbogen erhalten und es entsteht eine Art von Folklore 2.0.“ Die Bearbeitungskultur weltlicher und kirchlicher deutscher Lieder habe bereits im 19. Jahrhundert geendet, ihr Image sei heute rückwärtsgewandt. Viele Menschen hätten sich deshalb davon abgewendet. „Wir möchten Martin Luther und Martin Luther King musikalisch fusionieren“, sagt er. Janice Harrington, Andreas Paulsen und Volker Thomsen werden den Workshop leiten. Noten stehen nicht auf dem Programm, aber Körperbewusstsein, Präsenz und ein aktiveres Miteinander der Sänger.

„Wir möchten eine Rückbesinnung der Deutschen zu ihrer Kultur fördern“, sagt Janice Harrington. Zugleich möchte sie den Kulturaustausch mit den USA und der Welt intensivieren. „Das Projekt wird auch neue Energie für die deutschen Kirchen bieten.“ Der Groove der Gospel-Musik trage dazu bei, dass die US-Kirchen so gut besucht seien.

Ein erster Workshop in Lübeck wurde bereits erfolgreich organisiert. Weitere folgen in Bremervörde und Adendorf, doch das soll erst der Anfang sein.

Am Freitag, 12. Juni, ab 18 Uhr und am darauf folgenden Sonnabend ab 10 Uhr wird im Stadthaus, Am Markt 4, geprobt. Das Ergebnis stellen die Sänger am Sonntag, 14. Juni ab 17 Uhr in der Kirche vor. Wer mitproben möchte, kann sich bei Volker Thomsen anmelden, Telefon 0171814 90 10 oder per vthomsen@web.de. Für die Teilnahme am Workshop wird ein Kostenbeitrag von 30 Euro erhoben. Wer mitmachen möchte, sollte mindestens 18 Jahre alt sein und über Erfahrungen mit mehrstimmigem Gesang verfügen.


Internet-Adresse: www.janice-harrington.com/de/workshops.html



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