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Internationales Feuerwehr-Treffen : Darum fliegen in Schwarzenbek Autos durch die Luft

vom

Zu den RescueDays werden 800 Feuerwehrleute aus aller Welt zum spektakulären Training erwartet.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 18:32 Uhr

Frontalzusammenstoß zweier Autos, ein Wagen unter einem Lkw-Auflieger, ein Auto seitlich am Baum: An der Buschkoppel in Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg) jagt zurzeit ein Schreckensszenario das nächste. Zum Glück nur zu Übungszwecken. 24 Trainingsstationen werden dort für die RescueDays von morgen bis Sonntag vorbereitet. 800 Feuerwehrleute aus allen Kontinenten der Welt werden dort mit 100 Ausbildern moderne Rettungstechniken trainieren.

„Die Aufregung steigt von Tag zu Tag, aber ich bin guter Dinge, dass wir hier eine großartige Aktion auf die Beine stellen“, sagte gestern Schwarzenbeks Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Die Feuerwehr Schwarzenbeks richtet die RescueDays der Firma Weber aus. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und den Vertrieb hydraulischer Rettungsgeräte, wie sie nach Verkehrsunfällen zum Einsatz kommen, spezialisiert. 120 Schrottautos, zahlreiche Transporter, Busse und Laster sowie sogar 30 sogenannte Nullserienfahrzeuge neuster Produktion – unter anderem von VW, Mercedes und Opel – werden von den Teilnehmern an den drei Tagen zerlegt.

Die Vorbereitungen für die RescueDays von morgen bis Sonntag laufen auf vollen Touren. Unter anderem wurden Autos von einem Kran fallen gelassen, um Unfallschäden zu simulieren.

Die Vorbereitungen für die RescueDays von morgen bis Sonntag laufen auf vollen Touren. Unter anderem wurden Autos von einem Kran fallen gelassen, um Unfallschäden zu simulieren.

Foto: Timo Jann
 

„Die Vorbereitungen laufen sehr gut, wir liegen voll im Plan und freuen uns auf spannende Tage hier in Schwarzenbeks“, sagte Luciana Wennes-Bromm, die das Spektakel auf Seiten von Weber leitet.

Bereits seit Montag sind die Feuerwehrleute und Mitarbeiter der Firma mit dem Aufbau an der Buschkoppel beschäftigt. Gestern wurden mehrere Autos aus 30 Metern Höhe von einem Telekran aus auf den Boden fallen gelassen. So wurde ein Frontalaufprall mit etwa 70 Stundenkilometern simuliert. Andere Autos wurden mit Hilfe eines Baggers deformiert, um realistische Ausgangssituationen herzustellen. In den verformten Autos sitzen Dummys, die die den Teilnehmern retten müssen.

„Besonders Interessant für die Teilnehmer der RescueDays sind auch die Einheiten mit den internationalen Ausbildern, die manchmal ganz andere Ansätze wählen, als sie bei uns in Deutschland verbreitet sind“, so Bettin. An einer Station schult ein Amerikaner den Einsatz einer speziellen Handkreissäge, um ein Autodach aufzuschneiden. Bettin: „Wir profitieren dabei für unsere Einsatzkräfte von dieser intensiven Ausbildung, weil wir an allen Übungsstationen Helfer vor Ort haben.“

Eines der Übungsszenarien der RescueDays: Ein Auto liegt Kopf über auf einer Autobahnbarriere.

Eines der Übungsszenarien der RescueDays: Ein Auto liegt Kopf über auf einer Autobahnbarriere.

Foto: Timo Jann
 

Die offiziellen Teilnehmer zahlen derweil bis zu 800 Euro für das Seminar – bekommen aber auch ein außergewöhnliches Training geboten. Das Interesse ist groß, alle Plätze waren in Rekordzeit ausgebucht. „Wir haben so viele internationale Feuerwehrleute wie noch nie bei den RescueDays zu Gast“, berichtete Bettin. 150 aus 20 Ländern werden erwartet.

Versorgt werden die Retter und Ausbilder vom DRK Schwarzenbek. „Wir haben extra an unserem Zentrum ein Zelt aufgebaut, um alle Beteiligten vernünftig bekochen zu können. Für Freitag etwa bereiten wir 1700 Frikadellen vor“, sagte DRK-Geschäftsführer Stefan Fehrmann.

Interessiertes Publikum kann am Sonntag von 11 bis 17 Uhr zum öffentlichen Zuschauertag kommen. Dann gibt es nicht nur an der Buschkoppel viel zu sehen. An der Compestraße und auf dem Ritter-Wulf-Platz stellen sich verschiedene Hilfsorganisationen vor, um für ihre ehrenamtliche Arbeit zu werben. Der Eintritt ist frei.
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