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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 08:04 Uhr

Reinfeld : Dankeschön!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Flüchtlinge – wie Adham Yazbek – bedanken sich auf der Einwohnerversammlung bei den zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützern in der Karpfenstadt.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 11:05 Uhr

Mit so viel Resonanz hatte Bürgervorsteher Gerd Herrmann bei der kurzfristig einberufenen Einwohnerversammlung zum Thema Flüchtlinge nicht gerechnet. Bis fast auf den letzten Platz war die Aula der Immanuel-Kant-Schule belegt.

Gekommen waren nicht nur Mitglieder der Initiative „Reinfelder Bürger für Menschen im Asyl“, Ehrenamtler des DRK, der Reinfelder Tafel, sondern auch viele interessierte Bürger, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Reinfeld habe seit zwei Jahren ein gut funktionierendes Netzwerk an Ehrenamtlichen. Man habe früh begonnen, das mache sich jetzt bezahlt, sagte Herrmann. Die Betreuung der Flüchtlinge laufe in Reinfeld „ohne viel Tamtam“ ganz selbstverständlich. „Die Frage ist nicht, ob, sondern wie wir die Situation meistern, der wir nicht ausweichen können“, so der Bürgervorsteher weiter. Der seit einem halben Jahr in Reinfeld lebende Syrer Adham Yazbek sprach im Namen aller Flüchtlinge: „Ich fühle mich hier willkommen. Danke an alle Reinfelder!“ Die Flüchtlinge wollen sich integrieren, Deutsch lernen, arbeiten, Steuern und Abgaben zahlen so wie alle Deutschen, ergänzte er.

Bürgermeister Heiko Gerstmann stellte anschließend die Situation der Flüchtlingsunterbringung dar. Mehrere Wohnungen habe die Stadt schon angemietet. Er appellierte an alle Reinfelder, Wohnungen oder Zimmer zu melden. Denn die Zahl der Flüchtlinge steige enorm. Gab es 2012 noch drei Asylbewerber in Reinfeld, stieg die Zahl 2014 auf 32. „Im August kamen jeden Tag drei neue Flüchtlinge an. Derzeit haben wir 66 Asylbewerber, aber nur noch 72 Plätze“, so Gerstmann. Das könne zum Ende des Jahres hin äußerst knapp werden. Er hoffe, kurzfristig noch 50 Plätze schaffen zu können. Leider könne die Stadt „nicht aus dem Kaffeesatz lesen“, genauere Zahlen seien nicht bekannt. Man gehe jedoch von 150 Neuankömmlingen im kommenden Jahr aus. Geplant ist die Unterbringung im rechten Teil der Alten Schule, im Alphapark, der Umzug der Erich-Kästner-Schule in die KGS zur Schaffung weiterer Übergangsplätze, der Erwerb von leerstehenden Gewerbegebäuden und die kurzfristige Nutzung des Geländes an der Schützenstraße. Selbstverständlich, so Gerstmann auf eine Frage aus dem Publikum, würden alternative Standorte für Vereine und Organisationen gefunden, falls diese von den Maßnahmen betroffen seien. Ehrenamtler stießen an die Grenze der Belastbarkeit und bräuchten dringend weitere Helfer zur Unterstützung. Er sei „stolz auf die Reinfelder“.

Es herrsche eine positive und offene Stimmung gegenüber Fremden. Gerd Herrmann brachte es zum Schluss der friedlichen Veranstaltung auf den Punkt: „Es herrscht eine positive Grundstimmung im Saal. Das soll so bleiben.“

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