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Trittau : Dank Biogas schöner baden im Schönaubad

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Beispielgebend: Das Trittauer Freibad wird mit Wärme aus Rindergülle und Mais beheizt.

von
erstellt am 05.Aug.2014 | 17:27 Uhr

Großer Bahnhof für ein Schild: Auch wenn die Freibäder in Trittau und Satrup bundesweit die ersten sind, denen der Fachverband ein „Biogaswärmeschild“ spendierte, hatte Bürgermeister Walter Nussel nicht mit so großem Besuch gerechnet. Neben Landrat, Bürgermeistern und Kreistagsabgeordneten aus der Umgebung waren die Landtagsabgeordneten Tobias Koch und Tobias von Pein, der Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, der Leiter der Stabsstelle für Energiepolitik im Kieler Energiewende-Ministerium, Tobias Goldschmidt, sowie Thomas Baade, Geschäftsführer der Eon Hanse Wärme GmbH erschienen.

Und natürlich Kathrin und Friedrich Klose, auf deren landwirtschaftlichen Betrieb die Biogasanlage gebaut wurde, die für warmes Wasser im Schönaubad sorgt. „Wenn alle Anlagen so aussehen würden, hätten wir die Diskussion um Biogas nicht“, sagte Goldschmidt. Die Zukunft der Bioenergie sah er eindeutig im Wärmebereich, und Trittau sei ein gutes Beispiel für eine sinnvolle Nutzung.

Für Friedrich Klose liegen die Vorteile klar auf der Hand: „Biogas kann immer produziert, auch wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Und es kann gespeichert werden.“ Aus Rindergülle und Maissilage erzeugt die Naturgas Trittau GmbH & Co. KG den Brennstoff für zwei Blockheizkraftwerke der Eon Hanse Wärme GmbH. Das reicht für für den Wärmebedarf von 275 und den Strombedarf von 1900 Haushalten. Und für das Freibad, das die Wärme dann verbraucht, wenn andere die Heizung abdrehen: Im Sommer.

Alternativ war im Schönaubad schon seit der Eröffnung in den 70er Jahren geheizt worden. Zunächst mit der Abwärme aus der Meierei. Als das in den 90er Jahren verboten wurde, stieg man auf Solarthermie und BHKW-Versorgung um. Die Eon strich den Trittauern allerdings die dicken Rabatte, als sich die Gemeinde mit der VSG einen neuen Partner für die Stromversorgung suchten Die immens höheren Kosten versuchte man unter anderem durch eine niedrige Wassertemperatur in den Griff zu bekommen. „Da waren aber viele verärgert und verlangten ihr Geld zurück“, so Nussel. Nun wird preisgünstig mit Biogas geheizt, seit April wurden bereits 192 Megawattstunden verbraucht.

„Freibaden mit Biogas“ ist eine Initiative der Kampagne „Watt von hier – Biogas in Schleswig-Holstein“, die von über 50 Anlagenbetreibern und –herstellern aus Schleswig-Holstein getragen wird. „Wir wollen zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, Strom und Wärme aus Biogas intelligent zu nutzen“, so Regionalreferentin Silke Weyberg.

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