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Landtagswahl : Daniel Günther konnte die Oldesloer für sich einnehmen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der CDU-Spitzenkandidat und Direktkandidat Claus Christian Claussen geben sich in Bad Oldesloe modern und siegessicher.

Schnell werden noch Plakate im Oldesloer Bürgerhaus verteilt. Das Wahlkampfteam von CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther arbeitet auf Hochtouren. „#anpacken“ ist ganz modern mit Hashtag auf den Plakaten und der Stellwand zu lesen. Ein Laptop wird aufgebaut, schnell noch die Mikrofone getestet. Moderatorin des Abends ist die ebenso junge wie eloquente Conny Pielow Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der CDU begrüßt die Ankommenden. Noch eine halbe Stunde, dann soll Günther hier mit dem lokalen Kandidaten Claus Christian Claussen, die Wahlkampfmaschine nochmal ankurbeln.

Claussen schüttelt bereits Hände und verwickelt den einen oder anderen Gast in kurze Gespräche. Auch Jörg Feldmann, ehemaliger Bürgermeisterkandidat und jetzt Ortsvorsitzender der CDU, mischt sich unter das Wahlvolk. „Auch Oldesloer können sich mal irren“, erklärte er seine Bürgermeisterwahl-Niederlage augenzwinkernd. Bei der Landtagswahl werde dieser Fehler sicherlich nicht nochmal passieren. Mit Sprüchen wie diesen ist die Stimmung für den Abend gesetzt: Es wird Selbstbewusstsein demonstriert.

Viele Gäste erwecken auf den ersten Blick den Eindruck, die Wahlentscheidung längst getroffen zu haben. Doch hier und da ist zur hören, dass sich auch Albig-Fans und Unentschlossene im Publikum befinden. „Ich will mir anschauen, was er für einer ist. Im Fernsehen kam er gut rüber“, sagt eine ältere Oldesloerin. Auch der Eklat um den Ausdruck „Verdi-Schlampe“ ist ein Thema, das die CDU-Anhänger im Bürgerhaus beschäftigt. Nein, das sei gewiss nicht die Art ihres Spitzenkandidaten, sind sie sicher.

Nun übernimmt Claussen das Vorprogramm und macht auch gar keinen Hehl daraus. „Ich spreche solange bis Daniel Günther da ist“, sagt er und lächelt. „Ich möchte ihm nicht zu viel wegnehmen. Denn viele Ideen und Vorhaben, die mir wichtig sind, stehen natürlich auch in unserem landesweiten Wahlprogramm.“ Etwas erzählt er dann doch, es sind die Hauptthemen des Abends: Infrastruktur, innere Sicherheit und Bildung.

Während Conny Pielow professionell und betont locker durch den Abend führt, fährt Günther eine halbe Stunde nach Veranstaltungsbeginn im Kulturhof vor. Claussen gibt sofort die Bühne frei, und Günther zieht zu Musik und händeschüttelnd im Stil eines amerikanischen Wahlkämpfers in den Saal ein. Auch wenn das Plakateschwenken nur wenig euphorisch zu erscheinen vermag. Bad Oldesloe ist nun mal nicht in Texas.

„Ich wollte eigentlich ganz überraschend reinkommen, aber sie haben mich schon gesehen. Zum Glück sind meine Personenschützer so groß, dass ich mich hinter ihnen verstecken kann“, witzelt Günther und hat die Lacher auf seiner Seite. Auf den ersten Blick wirkt er unscheinbar, doch er versteht es, sein Publikum rhetorisch geschickt, charmant und schlagfertig für sich einzunehmen. Er strahlt Selbstbewusstsein aus, und man kauft ihm ab, dass er daran glaubt, bald als Ministerpräsident in Kiel zu sitzen.

Gezielt rechnet er mit der Landesregierung ab. So lange, wie die SPD in den vergangenen Jahrzehnten an Regierungen beteiligt gewesen sei, müsse man doch fragen, wieso das Land ungerecht sei. „Die echte Gerechtigkeit kann dann ja wohl nur mit der CDU kommen“, analysiert Günther und die rund 150 Anwesenden applaudieren begeistert.

Mehr Straßen soll es unter einer CDU-Regierung geben, G  9 an allen Gymnasien. Nicht jeder müsse Abitur machen, aber dafür müssten andere Schulabschlüsse auch wieder aufgewertet werden – so lauten einige der zentralen Thesen. Sicherheit, Bildung und Infrastruktur – das kommt bei den Anwesenden sehr gut an. Das Lande brauche mehr Polizisten und eine bessere Aufklärungsquote bei Einbrüchen.

Je länger Günther spricht, desto überzeugter wird genickt und geklatscht. Fragen beantwortet er souverän und geht auch kurz auf die „Verdi-Schlampen“-Diskussion ein. Als er den Saal wieder verlässt, scheinen die Anwesenden darin bestätigt, genau den richtigen Spitzenkandidaten zu haben. „Das war doch schön“, hört man aus den Reihen der letzten Anwesenden. Nicht mehr lang, dann werde der Wahlsieg eingefahren sein.

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