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Ausstellung in Reinfeld : „Damit haben wir gespielt ...“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Spielzeug aus dem Ersten Weltkrieg, Bausätze und Dioramen sind in einer vielfältig gestaltete Ausstellung von Michael Rose zu sehen.

„Mit solchen Schützengräben und Elastolin-Figuren haben die Kinder damals gespielt“, sagt Michael Rose und bringt im Miniatur-Schützengraben die Soldaten des Ersten Weltkrieges in Stellung. Das sei damals völlig normal gewesen, die Jungen spielten mit Panzern, Flugzeugen, Mini-Soldaten und Gewehren. „Auf den Wunschzetteln der damaligen Zeit standen Säbel, Kanonen und Schießgewehre“, erklärt Rose. In Sammelalben konnten sie Bilder zu den Schlachten kleben.

Nicht nur auf dem Schlachtfeld herrschte Krieg, auch im Kinderzimmer sei er durch entsprechendes Spielzeug gegenwärtig gewesen. Erklärtes Erziehungsziel damals waren soldatische Tugenden. Das Spielzeug sollte helfen, den Krieg als normale Erscheinung und die Teilnahme daran als etwas Lobenswertes zu sehen. „Damals wurde das Thema verherrlicht. So war die Zeit. Die Jungen wurden quasi zu Soldaten herangezogen“, sagt der passionierte Sammler, der in Reinfeld mit rund 8 000 Exponaten die größte Wiking-Ausstellung besitzt. Rose sammelt jedoch auch andere Automodelle und altes Spielzeug. Er schätzt den Umfang seiner Sammlung auf 15 000 Exponate.

„Vor einem Jahr konnte ich eine gigantische Modellspielzeug-Sammlung ergattern“, so Rose. Bausätze, Modellautos, Modelleisenbahnen und viele Stücke zum Themenfeld Erster Weltkrieg. Er sichtete die Kartons, packte noch ein paar eigene Sammelstücke dazu und kreierte eine kleine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg unter dem Motto „Damit haben wir gespielt“, die noch bis Ende des Jahres bei ihm im ausgebauten Stall zu sehen ist.

Neben den von Karl-Heinz Arndt gefertigten Dioramen zeigt die Ausstellung vor allem diverse Bausätze von Flugzeugen, U-Booten, Schiffen und Eisenbahnen aus dem Ersten Weltkrieg. Zu bewundern sind eine selbst gebaute Eisenbahn-Kanone aus Blech und die Nachbildung des berühmten Eisenbahnwaggons, in dem der Versailler Vertrag abgeschlossen wurde. „Da nahm man damals einen Mitropa-Speisewagen-Modell und funktionierte ihn zu einem Luxuswaggon um“, erklärt der Reinfelder.

„Der rote Baron“ steht auf einer Bausatz-Verpackung. Manfred Freiherr von Richthofen wurde im Ersten Weltkrieg mit seinem „Fliegenden Zirkus“ – meist bunt bemalten Flugzeugen wie die Fokker und Albatros - zu einem Kriegshelden. „Die Ritter der Lüfte wurden damals verehrt“, erklärt Rose. Meist sind es englische und amerikanische Firmen wie Revell oder Airfix, die die Bausätze hergestellt haben. Deutsche Firmen findet man kaum. „Weihnachten sind wir wieder zu Hause“ steht über einem Szenario des Schreckens, das Rose wirkungsvoll inszeniert hat. Über ein Viadukt fährt die Eisenbahn, unten auf der Straße ein langer Flüchtlingstreck. In der Luft kämpfen die „Ritter der Lüfte“, mit dabei der „Rote Baron“ in seiner Fokker DR1.

Die meisten der Bausätze wurden in den 40er und 50er Jahren produziert. Über 1 200 hat Michael Rose in seinem Besitz. Aus Dänemark brachte er kürzlich eine Postkarte zum Friedensvertrag von 1918 mit – eine Rarität. Nach langen Recherchen konnte er auch ein altes Familienfoto zuordnen: Es zeigt in voller Ausrüstung einen Soldaten des Ersten Weltkrieges. Es ist Roses Urgroßvater Heinrich Brüggemann.

 

 

> Die Ausstellung „Damit haben wir gespielt“ ist bis Ende des Jahres immer mittwochs von 15 bis 19 Uhr und auf Anfrage geöffnet.

>Info: www.eisenbahnanlage.de

 

 

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erstellt am 20.Sep.2014 | 06:00 Uhr

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