zur Navigation springen

Ahrensburg : Damit die Party nicht tragisch endet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Präventionsteam der Polizei besucht die Beruflichen Schulen in Ahrensburg. Eine Ausstellung unterstützt den Kampf gegen Alkohol am Steuer.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2017 | 06:00 Uhr

Vergnügliche Partyabende enden noch immer zu häufig tragisch, wenn junge Autofahrer ihre Grenzen nicht kennen. Eine Rolle spielen leider oftmals Drogen oder Alkohol, die auf einer Party oder in der Disco konsumiert wurden, bevor sich der junge Autofahrer hinter das Steuer klemmt. „Die jungen Fahrer machen nur 7,7 Prozent aller Autofahrer aus. Sie sind aber an überdurchschnittlich vielen und vor allem sehr schweren Unfällen beteiligt. Daher ist es weiterhin sehr wichtig, in diesem Bereich Aufklärungsarbeit zu leisten“, erklärt Kathrin Bertelsen von der Polizeidirektion Ratzeburg, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Tino Sdunek die Beruflichen Schulen Ahrensburg besuchte. Jedes Jahr kehren Beamte in die Lehranstalt zurück, um den jeweils nächsten Jahrgang über die Gefahren von Alkohol oder auch Drogen hinter dem Steuer zu informieren.

„Überschätzung und die Bereitschaft, ein höheres Risiko einzugehen oder vielleicht auch die Mitfahrenden zu beeindrucken, spielen beim Fehlverhalten im Straßenverkehr in dieser Altersgruppe ebenfalls eine Rolle“, erklärt Bertelsen. Hinzu käme, dass es sieben bis acht Jahre Fahrerfahrung brauche, um möglichst jede Situation im Verkehr mal erlebt zu haben. Wenn dann noch Alkohol und die damit verbundenen Reaktionsverzögerungen oder Fehlentscheidungen ins Spiel kämen, sei die Gefahr von Unfällen hoch.

„Auch Handys gehören nicht hinter das Steuer. Wir haben einen rapiden Anstieg bei Unfällen, bei denen Autos auf unerklärliche Art und Weise von der Straße nach links oder rechts abgekommen sind, in den Gegenverkehr gefahren wurden oder Auffahrunfälle, die sich niemand erklären kann. Die Dunkelziffer in Sachen Handy am Steuer ist sehr hoch“, erklärt Sdunek. „Es ist ja oft nicht zu beweisen und sollte der Unfallverursacher noch etwas dazu sagen können, gibt er in den seltensten Fällen zu, dass sein Blick gerade auf seinem Handy war“, so Sdunek weiter.

Unterstützt werden die Vorträge vor den Schülern durch eine Ausstellung der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (DAK). Diese läuft unter dem Motto „Bunt statt blau“. Für einige Lacher sorgte wieder der Einsatz der Promille-Brille, die den betrunkenen Zustand simuliert. Manche Schüler machten sich allerdings auch über die auf Fotos inszenierten Abbildungen von Betrunkenen lustig. Andere erkannten sich selbst in dem Dargestellten wieder und plauderten über eigene Trinkgelage. Da kommt die Frage auf, ob die Themen die Schüler in voller Ernsthaftigkeit erreichen.

„Den Eindruck haben wir. Und wenn es nur zwei, drei oder vier sind, die wir zum Nachdenken bringen und die nochmal überlegen, bevor sie sich betrunken hinter das Steuer setzen“, so Bertelsen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass natürlich ein paar coole, lockere Sprüche kommen, aber dass die Schüler daraus schon etwas mitnehmen. Oft kommt dann auch zur Sprache, dass im Bekannten- und Freundeskreis Unfälle passierten. Da ist die Betroffenheit dann tatsächlich sehr groß“, so BSK-Lehrer Marc Schwellnus. Die Schule sorge dafür, dass jeder Lernende ein Mal in den Genuss der Prävention komme. Das habe sich bewährt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen