Knickinitiative : Damit das Leben in Tangstedt tobt

Hier entsteht ein Knick auch mit Hilfe der Kreistagsabgeordneten Klaudia Rahmann, Heinz Hartmann und Claudia Rathje, vorne Björn Schulz.  Fotos: Blase
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Hier entsteht ein Knick auch mit Hilfe der Kreistagsabgeordneten Klaudia Rahmann, Heinz Hartmann und Claudia Rathje, vorne Björn Schulz. Fotos: Blase

Dank einer Rinderzüchterin aus Wiemerskamp konnte die Stormarner Knickinitiative ihr erstes großes Projekt umsetzen.

shz.de von
17. März 2017, 12:00 Uhr

2015 wurde die Stormarner Knickinitiative auf den Weg gebracht, jetzt wird das erste Projekt umgesetzt. In Tangstedt-Wiemerskamp wurden und werden sieben Teiche und 2000 Meter neue Knicks angelegt. Die Maßnahmen sind im Leitprojekt „Biotopverbund Metropolregion Hamburg“ eingebettet. Und wir kooperieren mit der Stiftung Naturschutz“, sagt Joachim Schulz von der Stormarner Naturschutzbehörde.

Aus Ausgleichsmitteln, die an den Kreis gezahlt werden, erhielt die Stiftung 10  000 Euro, rund 50  000 Euro kommen gibt das Umweltministerium aus dem Eler-Programm. Wichtiger als das Geld sind allerdings die Landeigentümer. Die Knickinitiative zielt darauf ab, dass sich Besitzer von Wiesen und Ackerland melden, die gerne mehr Knicks hätten.

Anna Butz war die erste. Sie hat 2015 einen ehemaligen Milchviehbetrieb in Wiemerskamp mit fast 18 Hektar Land gekauft. „Ich wollte sowieso Knicks anlegen, hätte das aber nur nach und nach und längst nicht so groß und schön machen können“, so die Tangstedterin. Rund 1,5 Hektar stehen für Knicks und Teichen zur Verfügung.

Dass sich ihre Vorstellung von Landwirtschaft und Umwelt mit der Stiftung Naturschutz deckt, ist die Ausnahme. „Es ist ja nicht einfach, Naturschutz und Landwirtschaft unter einen Hut zu bringen, aber hier gelingt das gut“, sagt Dr. Björn Schulz, Projektmanager der Stiftung. Und „2000 Meter neue Knicks haben wir auf privatem Grund noch nie gehabt.“

Die Biotope erhält der Eigentümer kostenlos, steht aber auch in der Pflicht, sie zu unterhalten. Die Wiesen sollen weiter beweidet werden, die Fleischrinder, die Anna Butz hält, müssen dann aber mit einem feuchtem Untergrund zurechtkommen. Drainagen wurden entfernt und Ackergräben zugeschüttet, so dass sich im Frühjahr zusätzliche „Tümpel“ auf den moorigen Flächen bilden werden.

„Der Moorfrosch braucht das“, sagen Björn Schulz und Sophie Desaga, die erwarten, dass sich auch Laubfrosch, Kammmolch, Kreuzotter und Ringelnatter dort ansiedeln werden, und natürlich das Tier des Jahres 2017, die Haselmaus. „Nebenan im Duvenstedter Brook tobt das Leben, und das wird hier auch bald der Fall sein“, sagt Schulz. Die Tangstedter Fläche liegt im Biotoverbundsystem, das sich an der Landesgrenze zu Hamburg entlang zieht: „Die beiden Gebiete werden sich gegenseitig bereichern“, ist Schulz überzeugt.

„Ich hoffe, dass noch andere Grunbdeigentünmer Flächen zur Verfügung stellen“, sagt Klaudia Rahmann. Die Vorsitzende des Kreisumweltausschusses freut sich bereits darauf, demnächst in Tangstedt die Haselmaus beobachten zu können.

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