Bad Oldesloe : DAK schließt Oldesloer Büro

Die Büros der DAK am Markt gibt es nicht mehr lange.
Die Büros der DAK am Markt gibt es nicht mehr lange.

In der Kreisstadt wird in Kürze die IKK als einzige Krankenkasse vertreten sein. AOK und DAK schließen ihre Geschäftsstellen und konzentrieren sich auf Ahrensburg.

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30. Juli 2018, 09:00 Uhr

Auch die DAK verlässt die Kreisstadt, und zwar noch früher als die AOK. Die hatte bereits vor zehn Monaten angekündigt, ihre Geschäftsstelle in der Kreisstadt zum 30. September dieses Jahres zu schließen. Bei der DAK ist bereits am 10. September Schluss. Die Angestellten-Krankenkasse wird dann in Stormarn nur noch eine Geschäftsstelle in Ahrensburg haben.

Das gilt auch für die AOK, die außer Bad Oldesloe auch den Standort Reinbek aufgibt. Die Barmer hatte bereits 2016 mit der Umstrukturierung begonnen, der ebenfalls die Geschäftsstelle in Bad Oldesloe zum Opfer fiel. „Dort waren die Öffnungszeiten ohnehin schon eingeschränkt“, sagt Pressesprecher Wolfgang Klink.

Die Argumentation ist bei allen Kassen gleich: Mit der Digitalisierung haben sich die Kommunikationswege und -gewohnheiten geändert. Die Bedeutung der Geschäftsstellen vor Ort nimmt immer mehr ab, weil sie immer weniger frequentiert werden. „Hand auf’s Herz: Wann waren Sie zuletzt im Servicezentrum Bad Oldesloe?“ fragt zum Beispiel die DAK in ihrem Schreiben an die Versicherten. „Unterhalt und Nutzen stehen irgendwann nicht mehr im Verhältnis“, wird beründet, warum die Berater aus den Räumen am Markt Bad Oldesloe in die Hamburger Straße nach Ahrensburg umziehen.

Die Entwicklung ist schleichend verlaufen, aber über über wenige Jahre und deshalb auch wieder rasant. Und sie betrifft ja nicht nur Krankenkassen. 1995 hatte es noch vier Amtsgerichte in Stormarn gegeben. 2008 wurden in Bad Oldesloe das Amtsgericht und das Kreiswehrersatzamt geschlossen. Das Amtsgericht trotz aller Proteste und Widerstände, und das Kreiswehrersatzamt, obwohl es im bevölkerungsreichsten Teil Schleswig-Holsteins lag und zuvor noch Lübeck und Pinneberg übernommen hatte. Erst in diesem Jahr schloss auch die Beratungsstelle der Rentenversicherung am Bahnhof.

Digital ist heute vieles möglich, aber nicht alles. Formulare können heruntergeladen, Unterlagen angefordert und Daten abgefragt werden. In vielen Fällen ist auch ein Scan von Dokumenten möglich, die dann digital versandt werden können, aber manchmal ist eben doch der Weg in die Geschäftsstelle, ins Gericht oder ins Grundbuchamt nötig. Und der fällt künftig auch bei Krankenkassen länger aus.

In der Kreisstadt wird ab Herbst nur noch die IKK persönlich ansprechbar sein, die erst in den 90er Jahren mit in den Neubau der Kreishandwerkerschaft am Bahnhof eingezogen war. Abwanderungspläne gibt es bei der IKK nicht, im Gegenteil: Man sehen Bad Oldesloe als einen attraktiver Standort in einem wirtschaftlich starken Raum an und denke eher daran, die Präsenz noch auszubauen, so ein Sprecher der IKK.

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