3. Liga : Da war mehr drin für den VfB Lübeck

Lübecks Pascal Steinwender, der hier von Dominik Ernst gestoppt wird, konnte sich gegen Magdeburg nicht entscheidend durchsetzen und sich am Ende mit einem 1:1 begnügen.
Lübecks Pascal Steinwender, der hier von Dominik Ernst gestoppt wird, konnte sich gegen Magdeburg nicht entscheidend durchsetzen und musste sich am Ende mit einem 1:1 begnügen.

Dezimierter VfB Lübeck trennt sich 1:1 von Magdeburg, nachdem Riedel den Siegtreffer in der Nachspielzeit vergibt.

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12. Dezember 2020, 16:18 Uhr

Lübeck | Ein Wechselbad der Gefühle durchlebte Rolf Landerl bei seiner Rückkehr auf die Trainerbank des VfB Lübeck. Nach Corona-Infektion und zwei verpassten Partien in der 3. Liga dürfte dem 45-Jährigen sein 141. Spiel als neuer Rekordcoach der Grün-Weißen länger in Erinnerung bleiben. Vom 1. FC Magdeburg trennte sich der Aufsteiger am Sonnabend 1:1 (1:1) – nach verspielter Führung, einer Gelb-Roten Karte für Yannick Deichmann und einem verschossenen Elfmeter von Florian Riedel in der Nachspielzeit.

„Für die Moral war der Punkt in Unterzahl natürlich super“, sagte der VfB-Coach, der aber auch gestand: „Natürlich tut es weh, dass wir nicht drei Punkte eingefahren haben, nachdem wir am Schluss die Möglichkeit dazu bekommen haben“, so der Österreicher, der Routinier Riedel keinen Vorwurf machte: „Wir gewinnen zusammen und wir spielen auch zusammen unentschieden.“

Drei personelle Veränderungen

Drei personelle Veränderungen nahm Landerl im Vergleich zum 1:1 in Ingolstadt vor: Für Martin Röser, Marvin Thiel und Sven Mende rotierten zu Beginn der dritten englischen Woche Soufian Benyamina, Pascal Steinwender und Nico Rieble in die Startformation. Mirko Boland übernahm für Mende die Position vor der Abwehr, Deichmann rückte aus dem Angriff zurück ins Mittelfeld, sodass Steinwender von Beginn an in vorderster Front neben Benyamina ran durfte.

Und der flinke Steinwender war es auch, der den ersten Warnschuss abgab. Sein Versuch aus der Distanz ging über den vom Ex-Lübecker Morten Behrens gehüteten Gäste-Kasten (3.). Einem frühen Führungstreffer näher kam zwei Minuten später Benyamina – nach einer Ecke von Thorben Deters klatschte sein Kopfball an den Pfosten.

Die Magdeburger näherten sich nach elf Minuten erstmals dem Lübecker Kasten an. Ein direkter Freistoß von Andreas Müller aus 17 Metern zischte knapp vorbei (12.). Kurz darauf hielt Christian Beck in eine Müller-Hereingabe den Fuß, brachte aber keinen gezielten Abschluss zustande (17.).

VfB verspielt Führung prompt

Als es so schien, als würden die Gäste besser ins Spiel finden, ging der VfB in Front: Steinwender wurde im Strafraum von Daniel Steininger von den Beinen geholt. Benyamina scheiterte zwar per Elfmeter an Behrens, den Abpraller aber versenkte Boland zum 1:0. Die Führung hatte jedoch nur kurz Bestand: Müller setzte sich im Strafraum gegen Osarenren Okungbowa durch. Tommy Grupe konnte zunächst auf der Torlinie klären, im zweiten Versuch aber drückte Raphael Obermair den Ball per Kopf zum Ausgleich über die Linie (26.).

Was folgte, war ein ausgeglichenes Spiel, wenig Strafraumszenen und viele Fehlpässe auf beiden Seiten.

Nach dem Seitenwechsel erarbeiteten sich die Gäste eine optische Überlegenheit und einige Abschlüsse: In Folge eines Freistoßes hatte Thore Jacobsen viel Platz – seinen Schuss aus 18 Metern lenkte Raeder zur Ecke (52.). Zwei Minuten später war der VfB-Keeper auch gegen Steininger Sieger. Die Grün-Weißen traten offensiv erst in der 59. Minute wieder in Erscheinung: Grupe köpfte nach einem Eckball das Leder über den Kasten.

Deichmann mit erstem Platzverweis im VfB-Dress

Kurz darauf kassierte Deichmann wegen wiederholten Foulspiels in seinem 112. Spiel für den VfB erstmals einen Platzverweis (63.). Mit der Überzahl aber wussten die Magdeburger lange Zeit nichts anzufangen. Die dezimierten Gastgeber verteidigten kompakt und offenbarten kaum Lücken.

Turbulente Schlussphase

Erst kurz vor Schluss ergaben sich doch noch Möglichkeiten: Riedels Versuch, nach einer Flanke per Kopf zu klären, stellte Raeder auf die Probe. Doch der VfB-Keeper fischte den Ball aus dem Winkel (85.). Drei Minuten später blockte Mende zudem in höchster Not einen Drehschuss im Strafraum von Beck.

In der Nachspielzeit bekam dann der VfB aus dem Nichts die Chance zum späten Siegtreffer. Grupe wurde im gegnerischen Strafraum von Korbinian Burger von den Beinen geholt. Den Strafstoß von Riedel aber parierte Behrens, sodass es am Ende beim 1:1 blieb.

„Das ist ein gewonnener Punkt, wenn man sieht, dass wir die letzten 25 Minuten in Unterzahl gespielt haben und wir uns in jeden Ball geworfen haben", sagte Grupe. „Natürlich hätten wir noch das Siegtor schießen können, aber trotzdem können wir auch mit dem Unentschieden leben, weil wir einen direkten Konkurrenten so auf Abstand gehalten haben", stellte der VfB-Kapitän das Positive in den Vordergrund.

Statistik

VfB Lübeck – 1. FC Magdeburg 1:1 (1:1)

VfB Lübeck: Raeder – Riedel, Grupe, Okungbowa – Boland (38. Mende) – Deters, Deichmann, Zehir (80. Röser), Rieble – Steinwender, Benyamina (67. Thiel)

1. FC Magdeburg: Behrens – Ernst (80. Rorig), T. Müller, Bürger, Bittroff – Jacobsen, A. Müller – Conteh (86. Brünker), Steininger (80. Bertram), Obermair – Beck.

SR: Patrick Alt (Illingen) – Zuschauer: keine.

Gelb-Rote Karte: Deichmann (63., wdh. Foulspiel)

Tore: 1:0 Boland (22./Elfmeter-Nachschuss), 1:1 Obermair (26.)

Besondere Vorkommnisse: Behrens pariert Foulelfmeter von Riedel (90.+2)

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