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Stormarner Wochenschau : Da kann jeder ein Lied von singen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wer besucht nicht gerne ein sauberes Örtchen? Wer hört nicht gerne Lob? Ach ja, Fahrradstellplätze wären sich auch schön, oder?

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erstellt am 10.Okt.2014 | 18:09 Uhr

Loblied per Mausklick

 

„Wirklich nicht alleTage

erlebt es Bargteheide.

Und schon gar nicht

auf diese Art und Weise.“

 

Dass sich jemand für dies und das bedankt, sicherlich. Das kommt vor. Dass sich jemand aber zur Schau stellt, um gleich eine ganze Stadt samt Einwohner zu huldigen – singend via Internet! –, ist einzigartig. Klar lässt der Videoclip „Bargteheide-Hymne“ auf Youtube zu wünschen übrig und der ein oder andere Betrachter kein gutes Haar am Gesangsstück. Profiarbeit sieht halt anders aus. Aber es war ja auch kein Herbert Grönemeyer oder Xavier Naidoo am Werk, sondern ein ganz normaler Bargteheider Bürger, der mit Bordmitteln einfach mal seiner Liebe zur Stadt Ausdruck verleihen wollte – mit 77 Jahren! Allen Unkenrufen zum Trotz: Adolf Tscherner, das ist verdammt cool! Der singende Rentner fühlt sich wohl in Stormarns lebendiger Stadt und singt es auch. Hut ab! Er sagt „Danke“ Bargteheide und ich an dieser Stelle „Danke“ Adolf Tscherner – für diese nette Geste.

 

Abgestellt

Was ist denn nun los? Ursprünglich waren im Oldesloer Bauausschuss mal zwei Radhäuser beschlossen worden, um die Stellplatzmisere am Bahnhof in den Griff zu bekommen. Das war einstimmig! Jetzt wird die Planung konkreter, es zeigt sich, dass der Mix es vermutlich macht: Einige einfache Fahrradständer kombiniert mit nur noch einem Radhaus. Und auf einmal will die CDU nicht mehr mitgehen? Stattdessen wird Beratungsbedarf angemeldet.

Dazu muss man wissen, dass hinter den Kulissen ein Kompetenzstreit läuft. Rainer Fehrmann (CDU) war bislang Vorsitzender des Radfahrer-Forums, einem Beratungsgremium neben der Politik. Der hätte natürlich gerne eine fertige Lösung präsentiert und als Bürgerworthalter wahrscheinlich auch noch zu einer Einwohnerversammlung mit diesem Thema eingeladen. Dem steht Maria Herrmann (SPD) als Vorsitzende des Bauausschusses gegenüber. Ihr Credo: „Ihr könnt ja gerne beraten, aber beschlossen wird immer noch bei mir.“

240 Pendler stehen auf einer Warteliste der Stadt und hätten gerne eine vernünftige Unterstellmöglichkeit für ihr Rad. Verwaltung hat eine Aufarbeitung des Problems jahrelang vor sich hergeschoben. Und jetzt, quasi auf der Zielgraden, soll eine Lösung mit politischen Tricksereien verzögert werden? Kein Wunder, dass an Sachlösungen orientierte Menschen keinen Bock mehr haben, sich in der Politik zu engagieren. Da fragt man sich doch, warum der mutmaßliche Sachverstand aus Forum und Ausschuss nicht an einen Tisch geholt wird. Abweichend vom Sitzungskalender gönnt man sich mal zwei Stunden, diskutiert ausgiebig und fällt dann einen Beschluss. Das gilt übrigens auch bei anderen Themen.

 

Stilles Örtchen

Platz und Geld sind knapp … da müssen pragmatische Lösungen her. Öffentliche Toilette, Behinderten-WC – im Café am Markt ist es eng. Der zukünftige Betreiber bekommt von der Stadt auch noch Geld dafür, dass ihm ein Klo für Behinderte gebaut wird. Welcher andere Gastwirt hat das schon. Da kann es doch nicht zu viel verlangt sein, das öffentlich zugänglich zu machen und nicht nur einer kleinen Gruppe Zutritt zu gewähren, die zufällig einen speziellen Schlüssel hat. Für Stehpinkler kann man zusätzlich ein Urinal einbauen und wenn die Sauberkeit zu wünschen über lässt, muss eben Geld für häufigere Reinigungen in die Hand genommen werden. Das sollte der Anspruch sein, alles andere ist kleingeistiges Schubladendenken.

 

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