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Stormarner Wochenschau : Da ist so einiges abgängig

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Was haben Klopapier und Kindergartenplätze gemeinsam? Genau, beides muss bezahlt werden. Die Frage ist nur wie?

Weich

Mit was für Dingen sich Leute so beschäftigen: Klopapier aus Bambus. Besonders vegan, vermutlich auch lactosefrei und wer weiß was noch alles. Und wer hat es erfunden: Richtig! Zwei junge Kerls aus Reinfeld. Sie haben im Internet eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Wenn Banken immer aufwändigere Sicherheiten verlangen, um Projekte zu finanzieren, muss eben das Internet einspringen. Schon mit kleinen Beträgen kann man Projekte unterstützen. Wenn genug Geld zusammen kommt – schön, dann bekommt man eine Gegenleistung für seinen finanziellen Einsatz. Wenn nicht, dann wird auch nichts abgebucht. Das Smooth-Panda-Klopapier-Projekt ist zustande gekommen und dieser Tage werden die versprochenen Rollen tatsächlich ausgeliefert. Es sieht zwar aus wie schon mal gebraucht, aber das ist Absicht. „Karamellfarben“ nennen die Macher den Farbton, weil das Klopapier zum Schutz der Umwelt ungebleicht bleibt. Samtig weich und trotzdem reißfest. Klasse, alles andere als Scheiß. Glückwunsch!

Verrottet

Die Sitzungsvorlage für den nächsten Sozialausschuss ist raus. Einer der ganz wichtigen Tagesordnungspunkte wird die Frage sein, wo die Stadt günstigen Wohnraum schaffen kann – vorrangig für Flüchtlinge, aber eben nicht nur. Keine Frage, die Vorlage ist umfassend. Das Thema wird gründlich aufbereitet. Vor- und Nachteile von Grundstücken werden schlüssig dargelegt. Aber mal ganz ehrlich, fehlt da nicht ein Objekt in der Aufzählung? Oho-Kino und Hotel sind in der Insolvenz, sollen verkauft werden. Ja warum greift die Stadt denn dann nicht zu und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Haus könnte zu Wohnungen umgebaut werden und für Oldesloe wäre das Kino gerettet. Und wenn keine Wohnungen, warum dann nicht Obdachlosenunterkünfte? Denn auch dazu steht so ganz nebenbei etwas in der Sitzungsvorlage: Mehrere städtische Objekte sind „abgängig“, also im Klartext verrottet. Im Fall der Lübecker Straße ist das bekannt, und es gibt eine halbwegs schlüssige Begründung, warum da immer noch nichts passiert. Aber bei den anderen … Da kann man doch den Eindruck bekommen, dass da ein fades Süppchen gekocht wird.

Preisfrage

Normalerweise sind offene Briefe an Verwaltungen oder Politiker gerichtet. Die Barsbütteler SPD dachte sich: Schreiben wir selber mal einen an die Bürger, genauer an Eltern kleiner Kinder. Titel: „Muss Barsbüttel die Kitagebühren erhöhen? Die SPD Barsbüttel sagt Nein.“ Eine zehnstündige U3-Betreuung soll künftig 568 Euro kosten, 16 mehr als bisher. Und das alles nur, weil die Verwaltung die Kosten so hoch ansetze. Ein Ganztagesplatz U3 kostet die Gemeinde danach nämlich 2198 im Monat. Die 1275 bis 1512 Euro je nach Kita in Reinbek und die 1445 Euro in Oststeinbek sind schon ein anderer Schmack. Wäre es nicht eine klassische Aufgabe für Kommunalpolitiker aufzuklären, warum die Kosten in Barsbüttel so viel höher sein sollen? Offene Briefe können die Eltern als Betroffene schließlich selbst schreiben. Aber sogar, wenn es gelänge, die Kosten zu senken, sind auch 1400 Euro im Monat für fünf Wochentage so viel Geld, dass man vielleicht noch mal ganz anders darüber nachdenken sollte. Nebenbei: Reinbek und Oststeinbek nehmen auch nicht viel weniger von den Eltern.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 09.Apr.2016 | 08:00 Uhr

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