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Stormarner Wochenschau : Da hört der Spaß dann aber auf!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Reiten, baden, sich engagieren, Musik machen – alles nicht so einfach.

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erstellt am 11.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Geht nicht

Gut gemeint ist leider nicht gut gemacht. Wenn nicht sogar das Gegenteil. So jetzt wieder im Oldesloer Sozialausschuss geschehen. Die Idee war gut: Jugendliche, die zwar nicht in der Kreisstadt wohnen, hier aber trotzdem ihren Lebensmittelpunkt haben, weil sie beispielsweise hier zur Schule gehen oder in Oldesloer Vereinen ihre Freizeit verbringen, sollen sich in den Kinder- und Jugendbeirat wählen lassen dürfen. Ein richtiger Ansatz! Das sahen eigentlich auch alle Politiker so. Doch dann meldete sich Hildegard Pontow ( CDU) zu Wort. Ihre Partei fände es besser, wenn mindestens die einfache Mehrheit im Beirat Oldesloer seien. Das ist doch eine Klatsche für die Auswärtigen. Im Klartext bedeutet das nämlich nichts anderes als: Eigentlich wollen wir euch hier nicht haben. Aber solange kein anderer – kein Oldesloer – den Platz will ... na gut, dann dürft ihr eben rein.

Das muss man erst mal sacken lassen. Der von der CDU befürchtete Fall kann nur eintreten, wenn sich reichlich Auswärtige in Oldesloe ehrenamtlich engagieren wollen und wenn die auch noch von den Oldesloer Kindern und Jugendlichen gewählt werden – also für fähig gehalten werden, die Interessen gut zu vertreten. So funktioniert Demokratie. Und an der Stelle will die CDU korrigierend eingreifen: Du hast zwar mehr Stimmen als ein Oldesloer bekommen, aber du wärst der fünfte Auswärtige ... schade, schade.

Da werden schon wieder Hürden aufgebaut, da wird demotiviert noch bevor es überhaupt los geht.

Trägt nicht

Langsam fängt es an komisch zu werden. Der beliebte Tanztee im Bürgerhaus wurde abgesagt. Weil der Musikus kurzfristig abgesagt habe. So ein Bösewicht. Die Stadt sei schuld. Oder die Poller. Oder beide – die Verwaltung weigere sich, ihn mit seiner Ausrüstung in die Fußgängerzone fahren zu lassen. Schleppen will er nicht, also ist Schluss mit lustig. Das zeigt, wie wichtig und richtig die Poller sind. Es soll eben nicht jeder mal eben in die Fußgängerzone fahren. Punkt. Natürlich muss es Ausnahmen geben – siehe Marktbeschicker – aber wenn Lieferanten, Paketzusteller und Geldboten mit der neuen Lage klar kommen, kann es doch nicht unmöglich und -zumutbar sein, eine Musikanlage vom Stadtgrill ins Bürgerhaus zu bugsieren. Zumal wenn man mobiler Musikant ist.

Läuft nicht

Tangstedt Gemeindevertreter sind zurzeit wirklich nicht zu beneiden. Das Geld reicht hinten und vorne nicht und der Streichliste ist auch die Costa Kiesa zum Opfer gefallen. Tangstedt will nicht mehr für die Sicherheit an dem beliebten Badestrand sorgen, den Menschen aus Hamburg und Norderstedt gerne und in großer Zahl besuchen. Während das Zusammenstreichen der Mittel für die Unterhaltung von Straßen und Brücken sich nach und nach (dann aber immer stärker) auswirkt, dürfte es den Ärger an der Costa Kiesa gleich geballt zu Beginn der Badesaison geben. Das wollte sich SPD-Fraktions- und Finanzausschussvorsitzender Christoph Haesler offenbar nicht auch noch antun, nachdem sich schon die Gegner der Pferdesteuer an ihm abarbeiteten: Er legte seine Ämter nieder.

Wie die Gemeinde aus der Schuldenfalle kommt, ist offen. Hohe Pflichtausgaben beispielsweise für Kinderbetreuung und wenig Expansionsmöglichkeiten, da Tangstedt auf keiner Entwicklungsachse liegt, lassen wenig Spielraum. Also warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mit einem Verzicht auf die Pferdesteuer stellt man die Reiter still, und kann sie im Gegenzug zum Dienst am Baggersee einsetzen. Wäre doch gelacht, wenn sich die Amazonen auf ihren Rossen keinen Respekt bei den Badegästen verschaffen könnten.

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