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Stormarner Tageblatt

20. November 2017 | 10:54 Uhr

Trittau : Container werden entsorgt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die AWSH muss die Elektroschrottsammlung umstellen. Die Sammelbehälter für Kleingeräte sind zwar erfolgreich, aber nicht mehr zulässig.

Das war ein eher unüblicher Termin für die Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH): Nach einer erfolgreichen Probephase mit Samlung von Elektroschrott wird das System in Stormarn nicht aus-, sondern abgebaut. Die zum Start in Trittau aufgestellten Container ließ Geschäftsführer Dennis Kissel gestern wieder abtransportieren. Alle weiteren der insgesamt 28 Behälter sollen folgen: Die AWSH stellt die Sammlung von Elektrokleingeräten in Stormarn und dem Kreis Herzogtum Lauenburg ein.

„Gesetzliche Änderung verbieten ab 1. Juli den Transport von Elektrogeräten mit Lithium-Batterien in loser Schüttung“, nennt Kissel den Grund. Lithium-Batteiren sind aber Standard in den meisten Elektrogeräten. Grundlage für die neue Vorschrift ist die „ADR 2015“, die den Transport gefährlicher Güter regelt. Damit sollen Brände in Lagerhallen oder auf Lkw zukünftig ausgeschlossen werden. In den vergangenen zehn Jahren war es beim Batterierecycling zu mehreren Feuern in Lagerhallen und auf Transportern gekommen. Beim Abtransport des Elektroschrotts hatte es allerdings keine Vorfälle gegeben.

Ein weiteres Problem bei den neuen Vorschriften ist die Containergröße. Der Sammelbehälter darf nur noch maximal ein Kubikmeter groß sein, und er muss vom Bundesamt für Materialforschung genehmigt sein. Wer die vorhandenen „falschen“ Container weiter nutzt, riskiert Bußgelder bis zu 5000 Euro. Und im Falle eines Unfalls wäre auch der Versicherungsschutz futsch. Deshalb werden bis zum 1. Juli alle Container in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg abgebaut

Die Behälter für E-Schrott waren erst im Dezember 2013 aufgestellt worden. Von der Bevölkerung wurden sie gut angenommen. „Es hat besser geklappt, als wir angenommen hatten. Es gab kaum Fremdstoffe, wir haben gutes Recyclingmaterial erhalten“, sagt Jochen Stepp, Geschäftsführer der Firma „take eway“, die die Verwertung übernommen hatte. Er befürchtet, dass jetzt wieder mehr Elektroschrott im Restabfall landet: „Das ist dann noch viel gefährlicher, weil der Müll im Fahrzeug gepresst wird.“

Zudem greift ab 2016 ein neues EU-Gesetz, nach dem nachgewiesen werden muss, dass 60 Prozent der in Umlauf gebrachten Elektroware ordnungsgemäß über Rücknahmestellen recycelt wird. „Das passt alles nicht zusammen“, findet Dennis Kissel verärgert. Die AWSH arbeite aber an einem neuen System.

An die Bürger geht der Appell, Elektrokleingeräte nicht in die graue Tonne zu werfen, sondern zu einem der Recyclinghöfe zu bringen, wo sie kostenlos angenommen werden. Für Großgeräte wie Waschmaschinen steht weiterhin die Abholung zur Verfügung. Und wenn die Fahrzeuge kommen, dürfen künftig Kleingeräte dazugestellt werden.

 

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