Talentförderung : Chance für junges Quartett

Hoffen auf Einsätze im Regionalliga-Team: (v.l.) Lübecks Cedric Symczak, Kubilay Büyükdemir, Cemal Sezer und Enes Dagli.
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Hoffen auf Einsätze im Regionalliga-Team: (v.l.) Lübecks Cedric Symczak, Kubilay Büyükdemir, Cemal Sezer und Enes Dagli.

Beim Fußball-Regionalligisten VfB Lübeck stehen eigene Talente hoch im Kurs.

shz.de von
08. Juli 2015, 07:00 Uhr

Die Vergangenheit hat den VfB Lübeck eines gelehrt: Jugend ist Trumpf. Spätestens seit der letzten Insolvenz Ende 2012 ist beim Fußball-Regionalligisten jedem klar, dass auch aus finanziellen Gesichtspunkten vermehrt Talente aus den eigenen Reihen rekrutiert werden müssen. Ahmet Arslan, der inzwischen beim Hamburger SV II mit 18 Treffern zum Toptorjager der vergangenen Regionalliga-Saison avanciert ist, Tomek Pauer oder auch Lukas Knechtel, der mittlerweile zum Stamm der Lübecker gehört, sind drei Namen von Spielern aus der eigenen Nachwuchsabteilung, die den Sprung geschafft haben. Und der VfB Lübeck bleibt diesem Weg treu. Mit Cemal Sezer, Enes Dagli, Cedric Szymczak und Kubilay Büyükdemir erhalten erneut vier Eigengewächse die Chance, im Viertliga-Kader Erfahrungen zu sammeln.

Die Umstellung fällt nicht leicht. Bereits in den ersten Trainingseinheiten der Vorbereitung hat das Quartett zu spüren bekommen, dass im Männerbereich ein ganz anderer Wind weht. „Es ist alles viel schneller, intensiver und körperbetonter im Regionalliga-Team und nicht vergleichbar mit Jugendfußball. Eigentlich ist es aber genauso so, wie ich mir das vorgestellt hatte“, erklärt Büyükdemir. Wie auch Cedric Szymczak könnte der 17-Jährige eigentlich noch in der A-Jugend kicken. Doch beide Youngster wollen die Herausforderung annehmen. „Für mich ist das eine Ehre, diese Chance vom Verein und Trainer Denny Skwierczynski bekommen zu haben“, betont Szymczak, der nebenher auf der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe auch die Grundlage für seine berufliche Zukunft legen will.

Auch Sezer und Dagli, die beiden 18-jährigen Aufrücker, setzen nicht nur auf den Fußball. Sezer hat gerade sein Abitur auf der Dorothea-Schlözer-Schule in Lübeck bestanden und tendiert in Richtung kaufmännische Ausbildung oder zunächst ein freiwilliges soziales Jahr. „Ich hatte kurz überlegt, ein Jahr nur dem Fußball zu widmen. Doch davon habe ich Abstand genommen. Ich brauche etwas, was ich auch tagsüber und in der trainingsfreien Zeit machen kann“, erklärt Sezer.

Enes Dagli, der jüngere Bruder von Stürmer Ugur, der einst den Sprung in den Ligakader des VfB nicht geschafft hat und inzwischen beim VfR Neumünster spielt, bleibt trotz Berufung in den Ligakader realistisch. „Wir hoffen alle, Spielanteile zu erhalten. Jedem von uns ist aber klar, wie schwer das wird. Wir müssen erstmal unsere Leistung bringen, um überhaupt irgendwelche Ansprüche in diesem gut besetzten Kader stellen zu können.“


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