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Ahrensburger Rathaus : CDU und FDP bleiben beim Nein zum Denkmalschutz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Christdemokraten setzen auf ein Nein der Kultusministerin und lehnen den SPD-Antrag ab. Sozialdemokraten hoffen auf Fördermittel.

von
erstellt am 09.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Die CDU lehnt weiterhin Denkmalschutz für das Rathaus ab. Das „Gegengutachten“ der Stadt, das die Schutzwürdigkeit mindestens ebenso betont hatte wie das Landesamt, war Thema in der ersten Fraktionssitzung des Jahres. „Die Ablehnung des Denkmalschutzes wurde bekräftigt“, sagt Fraktionsvorsitzender Tobias Koch, „den SPD-Antrag auf Eintragung ins Denkmalbuch wird die CDU geschlossen ablehnen.“

Ausschlaggebend dafür sei, dass die in den Raum gestellten Fördermöglichkeiten durch private Stiftungen höchst unsicher seien und ohnehin nur einen Teil der denkmalschutzbedingten Mehrkosten auffangen würden. Jeder Euro, der aufgrund der Auflagen zusätzlich ausgegeben werden müsste, würde für Kindergärten, Schulen und Straßensanierung fehlen. Und dass die Auflagen bei der energetischen Sanierung des Rathauses mit Denkmalschutz möglicherweise geringer seien, könne in Zeiten der Energiewende und des von der Stadt angestrebten Klimaschutzkonzeptes kein Argument sein.

Für den Bau- und Planungsausschuss und die Stadtverordnetenversammlung legt die CDU einen Antrag vor, in dem an Kultusministerin Anke Spoorendonk appelliert wird, in ihrer Funktion als oberste Denkmalbehörde der Eintragung des Ahrensburger Rathauses nicht zuzustimmen. Koch: „Die Ministererlaubnis ist extra in das Gesetz aufgenommen worden, um bei jüngeren Gebäuden neben den rein fachlichen Argumenten auch weitere, übergeordnete Aspekte in die Entscheidung einfließen lassen zu können. Diese letzte Möglichkeit wollen wir uns nicht dadurch verbauen, dass wir selbst den Antrag stellen.“

Neben Mehrkosten befürchten die Christdemokraten auch Auswirkungen auf künftige städtebaulichen Veränderungen, da eine Umgestaltung der angrenzenden Flächen Rathausmarkt und Stormarnplatz nur noch mit Zustimmung der Denkmalbehörde möglich sei. Sanierungsmaßnahmen am und im Rathaus müssten ebenfalls vorher mit der Behörde abgestimmt werden, was zu Mehraufwand für die Verwaltung und zeitlichen Verzögerungen führe.

Im zweiten Teil ihres Antrags fordert die CDU, die „im vorauseilenden Gehorsam gestoppte Ausschreibung für die neue Feuerschutztreppe unverzüglich fortzusetzen und die Brandschutzsanierung des Rathauses schnellstmöglich voranzutreiben.“ Die Stadt hat die Arbeiten für eine Außentreppe erst mal gestoppt, weil der Gutachter erklärt hatte, dass es auch möglich wäre, einen zweiten Fluchtweg im vorhandenen Treppenhaus zu planen. „Es kann nicht sein, dass der Brandschutz und damit die Sicherheit der Mitarbeiter durch langwierige Umplanungen infolge zusätzlicher Denkmalschutzauflagen verzögert wird“, kommentiert Tobias Koch.

In den Etatberatungen hatten CDU und FDP für ein Verschieben des Treppenbaus plädiert. Bürgermeister Michael Sarach hatte das mit dem Hinweis abgelehnt, dass es um Menschenleben gehe. Die Freidemokraten wollen den CDU-Antrag jedenfalls unterstützen. „Das Zweitgutachten ist nicht das neutrale Gutachten, das wir wollten, sondern eine Farce“, sagt Thomas Bellizzi. Der beauftragte Experte sei ein ausgewiesener Verfechter der Nachkriegsarchitektur und nicht neutral. Bellizzi: „Die 20 000 Euro hätte man besser anders ausgegeben.“

CDU und FDP haben zusammen 13 Sitze, die SPD acht, Grüne sechs und die WAB 4. „Im Bau- und Planungsausschuss werden wir dem SPD-Antrag für Denkmalschutz zustimmen, um gegebenenfalls Fördergelder mitnehmen zu können“, sagt Jörg Hansen (Grüne). „Mit dem CDU-Antrag haben wir uns noch nicht befasst, und das Thema ist in der Fraktion wie in ganz Ahrensburg nicht einmütig.“ Ähnlich sieht es bei der WAB aus. „Wir sind geteilter Meinung“, sagt Karen Schmick, „und ob wir dagegen oder dafür sind – das Rathaus wird unter Denkmalschutz kommen. Ich persönlich wäre dafür, weil wir uns dann die Option offenhalten würden, an Fördergelder zu kommen.“

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