Gemeinschaftsschulen : CDU gegen neue Oberstufen

andreas bitzer

Stormarns Christdemokraten warnen vor teuren Doppelstrukturen und Überkapazitäten, wenn noch mehr Gemeinschaftsschulen das Abitur in neun Jahren anbieten.

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06. November 2013, 17:57 Uhr

In Ahrensburg soll neben der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule auch die Gemeinschaftsschule am Heimgarten die Möglichkeit zum Abitur in neun Jahren bieten. Der CDU-Kreisverband Stormarn sieht das kritisch. „Mit großem finanziellen Aufwand werden landesweit Doppelstrukturen und Überkapazitäten geschaffen, obwohl die Geburtenzahlen seit 1997 kontinuierlich sinken. Das ist nicht nachvollziehbar“, sagt Andreas Bitzer aus dem Kreisvorstand.

Die Freude der Schüler und Eltern sei verständlich. Jeder würde sein Kind gern auf eine Schule geben, an der man ohne Wechsel alle Abschlüsse erlangen kann. Die Bildungsvielfalt würde durch viele Mini-Oberstufen aber leiden, die nur wenige Profile anbieten könnten. In Ahrensburg kommt hinzu, dass Heimgarten und SLF nur einen Kilometer auseinanderliegen, und es in gleicher Entfernung auch noch das Berufliche Gymnasium gibt.

„Die Landesregierung möchte die Quote der Abiturienten weiter erhöhen und schwächt dabei durch einseitige Bevorzugung der Gemeinschaftsschulen die Allgemeinbildenden und die Beruflichen Gymnasien“, so Bitzer. Die Beruflichen Schulen in Ahrensburg und Bad Oldesloe seien hervorragend ausgestattet und könnten aktuelle Profile mit direktem Berufsbezug anbieten. Diese zielgerichtete Unterstützung der Schüler sei bei Hochschulen und Wirtschaft anerkannt. Rund 40 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen kommen mittlerweile von den Berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein. In Ahrensburg und Bad Oldesloe seien ohne großen personellen und sachlichen Aufwand Puffermöglichkeiten vorhanden.

Die wesentlich billiger wären als die Einrichtung einer neuen Oberstufe. Die Kommunen müssen die Kosten für die räumliche und sachliche Ausstattung übernehmen. Auch wenn man sich in Ahrensburg über Parteigrenzen hinweg dieser Verpflichtung bewusst sei und das Ansinnen unterstütze, kämen auch auf das Land finanzielle Belastungen zu. Das zusätzliche Personal müsse die Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II besitzen, und in einigen Fächern gebe es bereits jetzt deutliche Nachwuchsprobleme gibt.

Nach aktuellen Planungen für das neue Schulgesetz sollen Gemeinschaftsschulen ohne eigene Oberstufe Kooperationen eingehen können. „Das hat für beide Partner Vorteile und wird von der CDU begrüßt“, sagt Bitzer. Die Jugendlichen hätten einen Platz in der Oberstufe sicher, und die aufnehmenden Schulen könnten langfristig planen. Und im Schulzentrum am Heimgarten „liegen für derartige Kooperationen ideale Bedingungen vor.“

Die Friedrich-Junge-Realschule und das EvB in Großhansdorf wollen kooperieren. „Statt den Städten und Gemeinden mit teuren An- und Neubauten weitere finanzielle Belastungen aufzubürden, sollte alles darauf ausgerichtet werden, die Ausstattung mit einer ausreichenden Anzahl gut ausgebildeter Lehrkräfte voranzubringen. Besser in Menschen investieren, statt in Beton“, so Bitzer.

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