Burkini-Badetag - bunte Debatte im Netz

Über das neue Angebot im Oldesloer Hallenbad ist eine lebhafte Diskussion entbrannt. Foto: Olbertz
Über das neue Angebot im Oldesloer Hallenbad ist eine lebhafte Diskussion entbrannt. Foto: Olbertz

Unser Bericht "Badetag (nicht nur) für Musliminnen" in der Schimmhalle hat ein breites Echo gefunden und die Debatte über das Thema Integration in Bad Oldesloe neu entfacht.

shz.de von
05. Februar 2009, 10:16 Uhr

Bad Oldesloe | Ist das Vorgehen des Oldesloer Hallenbades vorbildlich für die Integration? Oder fördert es eher die Entstehung von Parallelgesellschaften? Sollten andere Bäder in Schleswig-Holstein ähnliche Angebote machen? So hatten wir im Internet auf unserer Seite www.shz.de gefragt. Ein Thema, das offensichtlich breite Schichten anspricht, Meinungen wurden rege und durchaus kontrovers ausgetauscht.

Im folgenden veröffentlichen wir einige Lesermeinungen in Auszügen.

MvB sieht positive Impulse für die Integration: "Auf diesem Wege den muslimischen Frauen ein Stück Persönlichkeit und Freiheit zu bieten, ist zu begrüßen. Durchaus sollte mehr für Integration von den Frauen für diese Frauen getan werden, um sie aus ihrer bedrückenden Isolation herauszuholen.

Einerseits wird sicher die Verlautbarung kommen bezüglich Parallelgesellschaft oder Diskriminierung, aber dazu sollte auch der momentane Stand der muslimischen Frau in unserer Gesellschaft betrachtet werden. Der Name Isolation und Abschottung wäre zutreffend. Die Ursachen dafür sind vielfältig, aber erst wenn man einen Anfang macht, kann sich dies auch ändern. Meine Zustimmung für dieses Projekt ist jedenfalls gewiss. Wünsche allen Beteiligten viel Erfolg."

M. hält diese Beurteilung für abwegig: "Sie (MvB) haben noch nicht mitbekommen, dass die Integration der Menschen, um die es hier geht, auf der ganzen Linie gescheitert ist."

I., der "nicht als ausländerfeindlich oder gar noch als Rechter hingestellt" werden möchte, schreibt: "Es ist eine Unverschämtheit, dass den Musliminnen hier wieder Sonderrechte eingeräumt werden sollen. Wer hier lebt, hat sich den Sitten und Gebräuchen unserer Gesellschaft anzupassen und nicht umgekehrt. Wir fordern die Entlassung der Hallenbadleiterin Marion Arpe. Die Frau ist untragbar, ihre neuen Ideen sind eine Frechheit. Eine Handvoll Befürworter gibt es, natürlich vom Diakonischen Werk, vom FIT und weitere schwafelnde Gutmenschen, die in ihren Jobs den Unterhalt mit der gescheiterten Integration verdienen. Und was ist mit den 99,97 % der Bürger, die dieses nicht wollen? In anderen Bädern sind derartige Vorhaben grandios gescheitert."

S. D. fragt: "Super, wann kommt der Badetag für muslimische Männer?"

D. D. meint: "Ja, warum denn nicht? Ich weiß nicht, was es an dieser Idee zu mäkeln gibt. Es dreht sich lediglich um eine Zeitspanne von eineinhalb Stunden, nur einmal im Monat, in der eben mal keine Männer/Jungs im Bad erwünscht sind. Na und? Ich könnte mir vorstellen, dass auch viele nicht-muslimische Frauen diese Möglichkeit des unbeobachteten Badegenusses in Anspruch nehmen werden. Und welche Frau lässt sich schon gern von fremden Männern begaffen? Viel Erfolg mit dieser Aktion."

K. A. schlägt eine ganz andere Variante vor: "Jede(r) soll in Ruhe baden können. Ich finde die Regelung gut. Jeder sollte die Möglichkeit haben, ungestört und ohne Gesellschaft von Menschen, die er nicht mag, baden zu können. Deshalb würde ich es begrüßen, wenn möglichst schnell auch mohammedaner-freie Badezeiten eingerichtet werden könnten. Viele westlich orientierte bzw. aus liberalen Gesellschaftssystemen stammende Frauen und Mädchen würden sich freuen, im Bad nicht mehr den lüsternen Blicken und der plumpen Anmache orientalisch geprägter, vor überschüssigem Testosteron nur so strotzender Jünglinge und Lustgreise ausgesetzt zu sein. Reine Frauen-Badestunden helfen da nicht weiter, denn man möchte ja auch seinen eigenen Ehemann und die Kinder dabei haben. Wenn mal ein, zwei Stunden in der Woche die moslemisch-archaisch geprägten Angehörigen von Parallelgesellschaften draußen bleiben müssen, werden sie das sicher verschmerzen können."

S.77 bringt seine Meinung auf eine kurze Formel: "Wir leben hier in Deutschland! Lehrer mit Kopftuch? Nein! Baden mit Kopftuch? Nein! Wer hier leben will hat sich anzupassen!"

I. P. schreibt: "Ich kenne aus anderen Bundesländern seit 25 Jahren die Einrichtung der Badezeit nur für Frauen und zwar wöchentlich. Diese Zeiten werden auch von (deutschen) Schwangeren und älteren Frauen gerne genutzt, weil es da im Schwimmbecken ruhig und manierlich zugeht."

K-H. L.: "Was noch? Wie weit soll unsere Toleranz noch gehen? Warum nicht auch den Exer einmal im Monat für die Steinigung von Ehebrecherinnen freigeben. Oder für das Auspeitschen von Frauen, die bei 35 Grad im Schatten keinen bodenlangen Wintermantel tragen wollen. Oder für junge Mädchen, die sich weigern ihren alten und hässlichen, aber reichen Onkel zu heiraten.

Der Islam ist eine menschenverachtende, frauenfeindliche Religion und strebt mit allen Mitteln nach der Weltherrschaft. Täglich werden im Namen des Islam zahllose Attentate verübt, wobei selbst Kinder als Selbstmordattentäter missbraucht werden. Alle anderen Religionen kommen dagegen nur auf wenige Anschläge im Monat.

Der Islam ist auch keinesfalls tolerant gegenüber Andersdenkenden. Wenn in einem Land der Islam die Mehrheit erreicht hat, werden alle anderen Religionen sofort verboten. Minderheiten werden bedroht bis sie gehen und ansonsten einfach ermordet."

K-F stimmt dem Vorredner zu: "Genau so und noch viel schlimmer ist die Lage. Und unsere Politiker, quer durch fast alle Parteien, gucken zu und tun nichts, obwohl sie Schaden vom deutschen Volk abwenden sollten."

C spricht sich für Integration aus: "Ja, wir würden Menschen mit anderer Herkunft in unsere Gesellschaft integrieren. Aber mit genau diesen Aktionen wird eben Integration unmöglich gemacht. Parallelgesellschaft ist das schon viel erwähnte Schlagwort! Die armen Frauen, die in Isolation leben? Ja isolieren wir sie in ihren Wohnungen? Dann sollen sie an Veranstaltungen im Stadtteil teilnehmen oder sich in Vereinen engagieren. Ich kann es, wie meine Vorredner nicht mehr hören, Mitschuld an nicht praktizierter Integration zu sein!"

G-G. F. bezweifelt, dass es den Kritikern wirklich um Integration geht: "Dass Menschen ihren Frust an Ausländern abreagieren, wer hat das noch nicht erlebt? Dass Bio-Deutsche (also ohne Einbürgerungsprüfung) ihr Recht auf Bademöglichkeiten verteidigen, ist verständlich. Aber müssen deshalb in einer betriebsfreien Zeit, für die Frau Arpe ihre Freizeit opfert, muslimische Frauen und ihre Bio-Deutschen Freundinnen, draußen bleiben? Geht es den Kritikern dieses Angebotes überhaupt um Integration? Denn mit der Integration scheint es es ähnlich zu sein, wie mit der Sexualität. Unter denen, die am eifrigsten dafür eintreten, befinden sich viele mit einer besonders üppigen Fantasie (s. K-H.L.). Ursachen für Extremismus sind Unterstellungen und Ignoranz."

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