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Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 16:12 Uhr

Ahrensburg : Bunker sollen Erinnerungsort werden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kulturausschussmitglieder sprachen sich einstimmig für das Ausstellungsprojekt aus und stimmten den Förderanträgen zu.

Er wird gehütet, wie ein Staatsgeheimnis – der Lagerort der beiden so genannten Splitterbunker, die bei Bauarbeiten auf dem Ahrensburger Lindenhof-Gelände entdeckt wurden. „Wir haben Angst, dass Leute aus bestimmten politischen Richtungen die Bunker mutwillig zerstören oder mit Nazi-Emblemen beschmieren“, sagt Bürgermeister Michael Sarach, „in anderen Städten ist so etwas geschehen.“

Fund untersucht und für echt befunden
Auch Stadtarchivarin Dr. Angela Behrens teilt diese Sorge, sie möchte mit den Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg ein Ausstellungsprojekt schaffen – dazu gab der Kulturausschuss jetzt grundsätzlich grünes Licht. Zusammen mit Fachleuten des Archäologischen Landesamtes hatte sie die Funde untersucht und für echt befunden, die Objekte sollen nun in die Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragen werden. Wolfgang Schäfer (FDP) nannte die Bunker ein „erhaltenswertes Gut“. Wenn die Förderanträge positiv beschieden werden, dann solle die Stadt diesen Erinnerungsort zusammen mi den Schulen verwirklichen.

Die zylinderförmigen Ein-Mann-Bunker wurden industriell gefertigt und waren zu tausenden im damaligen Deutschen Reich verteilt. Sie hatten Türen und Sehschlitze und sollten die Beobachter nach Angriffen vor Bombensplittern schützen. Der Fundort in der Nähe des Bahnhofs ist der Originalstandort, die Kleinbunker wurden während des Zweiten Weltkriegs in der Nähe von Fabrikanlagen oder Bahnhöfen im Rahmen der Luftabwehr aufgestellt.

Das Ahrensburger Stadtarchiv beabsichtigt, diesen Fund zum Anlass eines Kooperationsprojekts mit den Ahrensburger Schulen (ab den zehnten Klassen) zu machen. Zusammen mit den Fachlehrern und Experten soll ein Erinnerungsort und ein Ausstellungsforum geschaffen werden, für das die Schulen eine Patenschaft übernehmen sollen.

36  000 Euro kommen aus Bundesmitteln
Das Projekt kann mit Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Land-Kultur“ und der Sparkassenstiftung Stormarn unterstützt werden. Den Standort und die Ausgestaltung des Erinnerungsorts sollen die Schülerinnen und Schüler bestimmen. Das Projekt, das im kommenden Jahr realisiert werden soll, kostet rund 45  700 Euro. Davon müsste die Stadt rund 7100 Euro tragen. Je 1000 Euro kommen von der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn und der Sparkassen-Stiftung Stormarn, 36  000 Euro kommen aus Bundesmitteln.

Der Kulturausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, die entsprechenden Anträge zu stellen.





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