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Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 02:47 Uhr

Bundespolitik – einmal live im Autohaus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Man könnte denken, es sei Wahlkampf: Plakate mit Partei-Logo, Bratwurst vom Grill, Bier aus dem Zapfhahn, ein Rednerpult – und das Warten auf den prominenten Gast. So geschehen am Montag, Schauplatz: das Stadac-Autohaus am Beimoorkamp mit dem prominenten Gast Volker Kauder – Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann hatte zur Präsentation der Halbzeit-Bilanz der Großen Koalition eingeladen.

Das Konzept dieser Bilanz-Tournee scheint ein Erfolgsmodell zu sein: Ein Autohaus, in dem nur ein einziges Fahrzeug steht (Eigenwerbung darf schließlich sein), jede Menge Stühle und ein prominenter Gast. Rund 300 Besucher wollten Volker Kauders lauschen. „Ich bin so froh, dass wir nicht im Autohaus eines anderen Herstellers sind“, sorgte Norbert Brackmann in Anspielung auf den VW-Skandal gleich zu Beginn für lockere Atmosphäre bis es dann ernst und politisch wurde. „Ich habe die Erfahrung gemacht, immer wenn es besonders schwierig war, war die Union an der Regierung. Wurde es dann besser, kam die SPD und dann mussten wir wieder ran und alles herrichten“, leitete Kauder schnell zum großen Thema Flüchtlingsstrom. „Wer kein Bleiberecht in Deutschland hat, muss so schnell wie möglich zurück in seine Heimat“, sprach Kauder von einem „Verwaltungsdefizit in der Vergangenheit“, die Länder hätten die Abschiebungen nicht konsequent genug realisiert und: „Das muss sich ändern“. So holte sich der Unions-Fraktionssprecher den ersten Beifall. Mit Nachdruck sprach sich Kauder gegen eine Obergrenze bei der Einreise von Asylbewerbern aus: „Wo soll man diese Zahl ansetzen?“ Auch ein Grenzzaun komme für Deutschland nicht in Frage, „nationaler Eigensinn darf Europa nicht zerstören, aber Transitzonen wären vorstellbar“, so Kauder.

Eine Diskussionsrunde mit Fragen aus dem Publikum – mit Themen von Fraktionszwang bis Integration und der Bitte, nicht länger von Abschiebung, sondern von Rückführung zu sprechen, setzte den Schlusspunkt des Abends. Kein Gast verlässt Ahrensburg mit leeren Händen – auch Volker Kauder nicht. Ein SchlossRelief aus Marzipan entlockte dem Bundestagsabgeordneten ein freundliches Lächeln zum Abschied.




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