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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 19:02 Uhr

Grönwohld : Büttenwarder wird museumsreif

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mit einem Förderverein für ein Kulturzentrum wollen Gerhard Lerch und Ulfert Becker der Kultserie „Neues aus Büttenwarder“ ein Denkmal setzen.

Es hat gedauert, aber nun ist der Traum von Gerhard Lerch in Erfüllung gegangen: In Grönwohld wurde der „Verein zur Pflege und Bewahrung Büttenwarder Brauchtums Grönwohld e. V.“ aus der Taufe gehoben. „Es ist ein ganz besonderer Tag“, sagte Lerch, der es sich zur Herzensangelegenheit gemacht hat, alles Wissenswerte über die Kultserie „Neues aus Büttenwarder“ der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

1993 ist er mit seiner Familie nach Grönwohld gezogen, seit 1997 wird dort die Fernsehserie mit Kurt Brakelmann (Jan Fedder) und Adsche Tönnsen (Peter Heinrich Brix) gedreht, die sich aus kleinen Anfängen zum großen Kult entwickelt hat. Lerch hat die Filmaufnahmen rund um den Gasthof „Unter den Linden“ immer beobachtet, kennt alle Komparsen persönlich. Die Idee für ein Kulturzentrum hatte er im Februar 2014, als wieder gedreht wurde. „Mit dem Pfund kann man doch wuchern“, dachte er sich.

Natürlich musst der Verein Büttenwarder im Namen tragen, dafür brauchte es aber die Zustimmung des NDR. „Herr Lerch hat ein wunderbares Konzept gemacht und hat sich ja auch Ulfert Becker an die Seite geholt“, son die verwantwortliche Redakteurin Diana Schulte-Kellinghaus, deren „Baby“ Büttenwarder ist. Bis die Juristen alles geprüft hatten und ein Lizenzvertrag unterschriftsreif war, ging allerdings einige Monate ins Land.

Jetzt war es aber soweit und in der Gründungsversammlung traten elf Besucher aus Reinbek, Ahrensburg, Siek, Dassendorf, Hamburg, Kiel und natürlich Grönwohld spontan dem als gemeinnützig anerkannten Verein bei. Alle Vorstandswahl verliefen einstimmig: Vorsitzender wurde erwartungsgemäß und auf Zuruf von Bürgermeister Ralf Breisacher Initiator Gerhard Lerch. Sein Stellvertreter ist Ulfert Becker, der Autor des Buches und der DVD „Wiedersehen in Büttenwarder“. Seit 2005 begleitet Becker die Dokumentation „Neues aus Büttenwarder“ mit der NDR-Regisseurin. Mit ihm zusammen hatte Gerhard Lerch das Museums-Konzept ausgearbeitet. Als Schatzmeisterin wurde Nicole Pfrommer gewählt, zur Schriftführerin Sybille Röhrl.

Einen besonderen Dank richtete Lerch an die Hof- und Gaststätteneigentümer „Unter den Linden“, Ruthild und Enno Oetjen, dass sie „in allem meinen Vorstellungen gefolgt sind.“ Äußerlich darf sich wegen der Fernsehaufnahmen nichts verändern, aber in den Scheunen wird Büttenwarder Leben entstehen: Es soll ein Bauerncafé geben, ein Kino, eine Veranstaltungsbühne für Lesungen und Musik, eine Fotoausstellung mit Galerie, und „weitere zweckdienliche Einrichtungen“, so Lerch, der überzeugt ist: „Das wird ein Anziehungspunkt für die ganze Umgebung“.

An erster Stelle steht das Museum. Ulfert Becker jat konkrete Vorstellungen und möchte viele Vitrinen aufstellen – mit Büttenwarder Reliquien und Requisiten, die nicht mehr gebraucht werden oder übrig geblieben sind. Auch Fotos, Post- und Autogrammkarten, Drehbücher, eine Bibliotheksecke, Multimedia von nicht gesendeten Filmstreifen und viele Überraschungen sind geplant. Becker: „Es wird kulturhistorisch ein interessantes Museum.“ Schon jetzt n bringen Busse mehrmals wöchentlich Fans nach Grönwohld, die natürlich den Gasthof „Unter den Linden“ ansteuern.

Lerch möchte für das Projekt möglichst viele Menschen und auch Firmen begeistern, der der Verein auf Spenden angewiesen ist. „Das alles ist nicht ganz billig“, sagt Lerch, und bevor Ideen in die Tat umgesetzt werden können, muss erstmal die Scheune ausgebaut werden. Spontan wurden am Gründungsabend 120 Euro gespendet. Der Monatsbeitrag für den Förderverein muss noch beschlossen, er könnte bei 2,50 Euro liegen.




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