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Gedankenaustausch in Barsbüttel: : Bürgervorsteher sind Bürgerversteher

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist in den Gemeinden Stormarn derzeit das bestimmende Thema.

Sich austauschen, voneinander lernen – das wollen die Bürgervorsteher. Deshalb treffen sie sich regelmäßig, jetzt bei Friedrich-Wilhelm Tehge in Barsbüttel und diskutieren über papierlose Kommunikation und über die Herausforderungen durch die vielen Flüchtlinge, ihre Unterbringung und Integration.

„Das Thema brennt uns allen auf den Nägeln“, sagt Tehge am Beispiel Barsbüttel. 100 Flüchtlinge seien 2015 bereits gekommen. Er rechnet mit einem Anstieg bis auf etwa 200 Personen im kommenden Jahr. „Wir müssen sie menschenwürdig unterbringen und in der Bevölkerung für die Akzeptanz sorgen. Wir müssen erklären, dass wir gesetzlich dazu verpflichtet sind.“

In allen Kommunen finden sich aber auch viele engagierte Bürger und Initiativen, die sich für die Flüchtlinge einsetzen. „Ein Verein leistet bei uns hervorragende Arbeit“, sagt Ahrensburgs Bürgervor-steher Roland Wilde, „der Knackpunkt dabei ist, die Bevölkerung mitzunehmen.“ Denn die Flüchtlinge hätten keine Chance auf eine Rückkehr in ihre Heimatländer.

Erklärt werden müsse das Arbeitsverbot in den ersten Monaten. Flüchtlinge dürfen sich erst nach ihrer Anerkennung einen Job suchen. „Für manche gelten sie deshalb als faul“, sagt Tehge, „dabei möchten sie gern arbeiten.“ Dass einige nach wenigen Monaten abgeschoben werden, trage nicht zur Motivation der Unterstützer bei, kritisiert Thomas Schreitmüller. Der Barsbütteler Bürgermeister fordert wie die kommunalen Spitzenverbände Sprachkurse für die Neuankömmlinge von Anfang an.

Anderes Thema: Ahrensburg setzt bereits seit zwei Jahren auf Papiersparen. Die Kommunalpolitiker sind mit I-Phones ausgerüstet, können damit auf Sitzungsunterlagen zugreifen – wenn das W-Lan denn funktioniert. „Einige möchten weiter Papier haben, das geht natürlich weiterhin“, sagt Bürgervorsteher Roland Wilde. Die Erfahrungen seien gut, der Papierverbrauch sei deutlich zurückgegangen. In Glinde ist das Thema auf der Tagesordnung. „Auch in Bad Oldesloe scharren wir mit den Hufen“, so Bürgerworthalter Rainer Fehrmann.

Verärgert sind alle Bürgervorsteher, wenn aus nichtöffentlichen Sitzungen geplaudert werde. „Einige Gremienmitglieder halten sich nicht an ihre Selbstverpflichtung zur Vertraulichkeit“, sagt Fehrmann, „das ist für alle ein echtes Problem.“

Höchst unterschiedlich werden die Sprechstunden angenommen. „Bei mir hat sich in vier Jahren nur eine Person angemeldet“, sagt Friedrich-Wilhelm Tehge. Auch Rainer Fehrmann hat mehr Gespräche auf dem Weg zur Sprechstunde als darin. In Ammersbek hingegen werden Foyer-Gespräche mit dem Bürgermeister besser angenommen, die alle zwei Monate angeboten werden. „Es bleibt aber eine überschaubare Runde“, sagt Ingeborg Reckling. Die Themen seien oft Bagatellen, aber immerhin sei dadurch der Seniorenbeirat ins Leben gerufen worden.

Regelmäßige Einwohnerversammlungen sind nach der neuen Gemeindeordnung nicht mehr zwingend vorgeschrieben. In Ahrensburg etwa werden sie aber zweimal jährlich organisiert. Fehrmann reagiertin Bad Oldesloe sofort auf Aktuelles. Bis zu 200 Besucher seien zur Diskussion über eine Umbenennung der Hindenburgstraße gekommen. „In Oldesloe wird halt viel gestritten“, sagt er lakonisch. Er teilt den Wunsch seiner Kollegen, die Bürger mögen sich zuvor in den Sitzungen informieren. „Dann wüssten sie, was los ist“, sagt Budde.




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