Bürgermeisterin Pepper tritt nicht wieder an

Seit 1998 lenkt Ursula Pepper die Geschicke in der Schlossstadt. Zur Wahl am 27. September tritt sie nicht wieder an.  Foto: rob
Seit 1998 lenkt Ursula Pepper die Geschicke in der Schlossstadt. Zur Wahl am 27. September tritt sie nicht wieder an. Foto: rob

Nach Werner Mitsch in Bargteheide hört auch Ahrensburgs Bürgermeisterin Ursula Pepper auf. Zur Wahl im September tritt die 53-Jährige nicht mehr an. Seit 1998 leitet Ursula Pepper die Geschicke der Stadt. Ihre Amtszeit endet am 30. April 2010.

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16. Januar 2009, 10:09 Uhr

Ahrensburg | "Es ist mir nicht ganz leicht gefallen. Ich bin Bürgermeisterin mit Leib und Seele", sagt Ursula Pepper zu ihrem Entschluss, nach zwei Amtsperioden nicht noch einmal als Bürgermeisterin in Ahrensburg zu kandidieren. "Ausschlaggebend waren familiäre Gründe."

1998 hatte die SPD-Stadträtin den Sprung auf den Chefsessel im Rathaus geschafft. 376 Stimmen Vorsprung hatten sie im zweiten Wahlgang vor Klaus-Michael Glaser, gemeinsamer Kandidaten von CDU und WAB. Bei ihrer Wiederwahl war es noch knapper: 365 Stimmen mehr als CDU-Herausforderer Thomas Niemeyer.

Den erneuten Urnengang am Tag der Bundestagswahl hätte Ursula Pepper nicht gescheut, und einige "unvollendete Geschichten" hätte sie auch noch gerne auf den Weg gebracht, aber "Bürgermeister kann man nur ganz oder gar nicht sein, und ich habe mich für die Familie entschieden".

Als sie 1998 ins Rathaus einzig, hatten Frauen im Bürgermeisteramt noch Seltenheitswert. "Das ist glücklicherweise anders geworden. Ich wollte immer Frauen motivieren, in die Politik zu gehen und mitzugestalten. Ich habe mich nicht nur als Verwaltungschefin verstanden, die die Beschlüsse der Stadtvertretung umsetzt, sondern immer auch als politische Bürgermeisterin, die etwas bewegen will."

Das ist ihr gelungen, das hat aber auch zu Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner geführt. Manches Mal, sagt Ursula Pepper, "hätte ich mir eine andere politische Streitkultur gewünscht."

Trotzdem fällt ihre Bilanz erstmal positiv aus. "Kinder und Jugendliche waren mit am wichtigsten. Beteiligung ist zu einem Kennzeichen Ahrensburgs geworden", sagt Ursula Pepper und meint damit den Kinder- und Jugendbeirat genauso wie die Zukunftswerkstätten, die es für das Baugebiet Ahrensburger Redder ebenso gab wie für das Kinderhaus Gartenholz. "Das ist für mich sowieso das schönste Projekt in meiner Zeit." Wichtig für Ahrensburg sei, dass es gelungen sei, das Schloss aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Als persönlichen Erfolg verbucht sie, dass aus der IGS, für die sie als Politikerin gekämpft hatte, eine Schule mit gutem Ruf geworden ist.

"Man konnte einiges verwirklichen, was man sich vorgenommen hatte, aber es gibt auch die unvollendeten Geschichten", sagt Ursula Pepper. Das Gewerbegebiet Beimoor-Süd, "mit dem ich 1998 angetreten bin", kam immerhin, wenn auch mit leichter Verspätung, das Erlenhof-Gelände liegt aber heute noch genauso brach wie vor zwölf Jahren.

Was sie wirklich ärgert, ist aber die Nordtangente: "Das war ein riesiger Rückschritt, den die Politik gemacht hat. Es war alles geplant und mit Delingsdorf abgesprochen, die Finanzierung stand, und dann stellt die Politik nach den Protesten infrage, ob man die Straße überhaupt braucht." Dass sowohl die Erlenhof-Bebauung als auch die Nordtangente noch in ihrer Amtszeit "auf den Weg gebracht werden", ist ihr Wunsch, ob er sich erfüllt, ist aber fraglich.

Neben Großprojekten ist und war die Stadtgestaltung schon immer ein Thema, das Proteste und Initiativen in Ahrensburg hervorbrachte. "Es ist gut, dass die Bürger mit Herzblut an die Sache herangehen, oft höre ich aber vor allem das Bedauern, dass die Stadt sich verändert. Aber jede Zeit hat ihre Architektur. Historische Akzente können wir im Bereich Marstall, Schloss und Alter Marktplatz setzen. Da gehören sie auch hin. Aber Ahrensburg als Stadt in der Metropolregion kann nicht historisierend sein."

Die Eröffnung des Bahnhofs Gartenholz und den Spatenstich für das Peter-Rantzau-Haus wird Ursula Pepper noch als Bürgermeisterin erleben. 2010 will sie dem Nachfolger ein "gut aufgestelltes Rathaus" übergeben.

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