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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 02:23 Uhr

Bürgermeister sollen Freiräume melden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wohin mit den Asylbewerbern? Amt Bad Oldesloe-Land hat derzeit keinen Platz mehr

Das Amt Bad Oldesloe-Land hat keinen Platz mehr für die noch zu erwartenden Asylbewerber. „Wir betreuen derzeit 42 Personen“, so Verwaltungsleiter Steffen Mielczarek. Die einzige Unterkunft ist derzeit die Hohedammer Mühle in Grabau. Dort ist nur Platz für rund 40 Bewohner. Jetzt soll im Amtsausschuss beraten werden, wie weiter verfahren werden soll, wenn mehr Flüchtlinge untergebracht werden müssen. Dabei geht es auch um den baulichen Zustand der Mühle.

Nach den vorliegen Hochrechnungen werden auf das Amt Bad Oldesloe zu den derzeitig 42 Personen in diesem Jahr weitere 70 Asylbewerber hinzu kommen. „Die müssen untergebracht werden“, so Mielczarek. Wie und wo, das muss die Politik entscheiden. Es wurden bereits alle Bürgermeister der amtsangehörigen Gemeinden aufgefordert, freien Wohnraum zu melden. „Wir sind auch selbst auf der Suche und haben uns schon Projekte angesehen“, sagte Mielczarek. So will zum Beispiel Lasbek eine gemeindeeigene Wohnung zur Verfügung stellen. Das wird aber bei weitem nicht für die zu erwartenden Asylbewerber ausreichen.

Wie das Problem mit den Unterbringungen gelöst werden soll, ist offen. Für den Verwaltungsleiter kommt neben dem Anmieten von Wohnungen oder Häusern auch der Neubau einer eigenen Unterkunft in Frage. „Zinsen und Tilgung könnten dabei über die Mieteinnahmen finanziert werden“, so Mielzcarek. Vom Land erhält das Amt 70 Prozent der Mietkosten. 30 Prozent muss aus eigener Tasche finanziert werden.

Das Amt will auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. „Wir wissen im Moment nicht, wo die Reise hingeht“, sagte der Verwaltungsleiter. Denn auch an der Hohedammer Mühle muss wohl einiges gemacht werden. Das Gebäude in seiner jetzigen Form entstand 1876. Seit den Zeiten des Remonteamtes diente es auch als Wohngebäude. 1937 zogen dort die ersten Bewohner ein. Im Zuge der Dorferneuerung ließ die Gemeinde Grabau die Hohedammer Mühle renovieren und die Außenansicht nach dem historischen Vorbild wieder herstellen. 1991 wurde das Gebäude dann vom Amt Bad Oldesloe-Land gekauft. Es diente zur Unterbringung von Wohnungslosen.

2002 wurde die Hohedammer Mühle mit finanzieller Hilfe der EU grundlegend saniert und dient seither auch zur Unterbringung von Asylbewerbern. Das Gebäude liegt am Rande von Grabau. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Gemeinde nicht. Die Bewohner müssen für Besorgungen oder Arztbesuche nach Bad Oldesloe fahren. Dabei sind sie auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, der nicht zu allen Zeiten fährt. Beschwerden der Bewohner deswegen gab es bisher noch nicht. „Einige fahren auch mit dem Rad. Es haben sich wegen der schlechten Anbindungen schon Bewohner selbst Wohnungen in Bad Oldesloe gesucht“, so Mielczarek.


Die Sitzung des Amtsausschusses am Dienstag, 24. März, im Foyer des Grabauer Mehrzweckhauses beginnt um 20 Uhr.

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