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Bad Oldesloe : Bürgermeister schießt den Vogel ab

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

5000 Euro Zuschuss für das große Traditionsfest in Oldesloe sollen wegen „erheblicher“ Summe auf dem Vereinskonto kurzerhand gestrichen werden. Politiker zeigen sich empört.

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erstellt am 10.Nov.2017 | 06:00 Uhr

Ein Brandbrief löst im Sozialausschuss Empörung aus. Sabine Prinz hat im Haushaltsentwurf für kommendes Jahr entdeckt, dass die 5000 Euro, die traditionell von der Stadt zur Unterstützung des Vogelschießen gezahlt werden, gestrichen sind. Einfach so, ohne Rücksprache. Das nahm die Stadtschul-Rektorin und Vorsitzende des Vogelschießer-Vereins zum Anlass die Politiker um einen „angemessenen Zuschuss für das Oldesloer Kindervogelschießen“ zu bitten.

In dem Schreiben legt sie dar, dass das Vogelschießen in diesem Jahr, trotz des städtischen Zuschusses, gut 10 000 Euro Verlust gemacht hat. Auch im kommenden Jahr plant der Verein wieder Investitionen, „um die Qualität des Kindervogelschießens zu erhalten und es in vielen Bereichen auch attraktiver zu gestalten“. Mehrweggeschirr, kostenlose Kinderanimation auf dem Exer, Musikveranstaltung für die weiterführenden Klassen und nicht zuletzt ein neuer Musikwagen-Aufbau für die Band des Gymnasiums – das geht nur über Rücklagen. Doch die werden in zwei Jahren, wenn alle Investitionen nach Plan getätigt werden, verbraucht sein. Sabine Prinz: „Warum soll denn ein Verein noch vernünftig wirtschaften, wenn er dann dafür bestraft wird?“

Im Sozialausschuss stellten Politiker von SPD und CDU Bürgermeister Jörg Lembke wegen der geplanten Streichung zur Rede. „Ich habe keine Beschlusslage gefunden, dass die 5000 Euro gezahlt werden sollen“, lautete seine knappe Antwort. „Der Verein hat erhebliche Summe auf dem Konto. Solange gibt es keinen sinnvollen Grund, die 5000 Euro zu zahlen“, ergänzte der Verwaltungs-Chef. Zudem erbringe die Stadt erhebliche Bauhofleistungen für das Vogelschießen.

Hajo Krage (SPD) brachte seine Verwunderung zum Ausdruck. In allen Ressorts seien bereits die Haushaltsberatungen gelaufen. Die Streichung sei nirgendwo zur Sprache gekommen. „In welchem Sachbereich ist das angesiedelt?“, wollte er deshalb vom Bürgermeister wissen. Der konnte das aber nicht beantworten. „Sie haben alle den Haushalt bekommen. Schauen Sie einfach mal rein“, so Lembke.

Hildegard Pontow (CDU), Vorgängerin von Sabine Prinz beim Vogelschießen, konnte die Rücklagen erklären: „Wir haben immer so viel gespart, dass wir mindestens ein Jahr finanzieren können, wenn mal alles zusammenbrechen sollte.“ Sie sei „einigermaßen entsetzt“. Hildegard Pontow: „Wir müssen aufpassen, dass wir das Vogelschießen nicht kaputt machen. Sabine Prinz reißt sich ein Bein dafür aus. Ich hoffe, dass sie nicht alles hinschmeißt.“

Angesprochen auf die Streichung des Zuschusses sagt Sabine Prinz: „Es wäre ein Leichtes gewesen, das in einem fünfminütigen Gespräch zu klären. Ich komme nicht umhin, da einen Mangel an Wertschätzung herauszuhören. Das ist ein fatales Signal an das Amt Oldesloe Land, die Sparkasse, Stiftungen und viele Eltern.“ Die Organisation des Vogelschießens sei ein gewaltiger Kraftakt. „Wenn es dann noch immense Widerstände gibt und sich die Stadt aus der Verantwortung zieht, wird es schwierig“, sagt die Organisatorin.

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