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Bürgermeister Görtz: „Wir können voneinander lernen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Shirshah Emaad aus Afghanistan absolviert Praktikum bei der VHS und der Verwaltung Bargteheide

Die Verwaltung in Bargteheide hat Zuwachs bekommen. Mit Shirshah Emaad arbeitet jetzt ein Praktikant aus Afghanistan in der Volkshochschule der „lebendigen Stadt“. In zwei Wochen wechselt der ausgebildete Betriebswirt in die Kernverwaltung und durchläuft dann mehrere Abteilungen im Rathaus.

Im Sommer vergangenen Jahres kam der junge Mann nach Bargteheide. „Seitdem hat er schon sehr gut Deutsch gelernt, er ist einer der besten Schüler“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Abel. Sie konnte schon einige Flüchtlinge als Praktikanten vermitteln. Das ist zurzeit nach drei Monaten Aufenthaltsdauer möglich. Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kann danach aufgenommen werden, allerdings nur, wenn es keinen gleich qualifizierten Bewerber aus der EU gibt. Erst nach Ablauf von 15 Monaten steht der Arbeitsmarkt ganz offen.

Die Leiterin der Volkshochschule (VHS), Ute Sauerwein-Weber, möchte Emaad die Erwachsenenbildung vorstellen und hofft dabei auch auf neue Impulse für ihre Arbeit. „Er kann die Volkshochschule als kleine Firma kennenlernen und im Management mitwirken.“ Das sei ein gutes Lernfeld, zudem könne er ihr bei der Organisation von Deutschkursen und zwei größeren Veranstaltungen helfen.

Anschließend wechselt er ins Bürgerbüro, die Finanz- und Bauabteilung und ins Ordnungsamt. Jeweils einen Tag begleitet Emaad auch Gabriele Abel und Bürgermeister Dr. Henning Görtz. „Er soll als mein Schattenmann die normalen Abläufe kennenlernen“, sagt Görtz, „wir können voneinander lernen.“

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist Emaad zwölf Jahre lang zur Schule gegangen und hat an der Uni seinen Bachelor in BWL mit dem Schwerpunkt Management gemacht. Sein Studium absolvierte er in englischer Sprache. „Danach habe ich zwei Jahre als Assistent in einer Medienfirma gearbeitet“, sagt er. Doch er wollte in Frieden und Freiheit leben und ging deshalb nach Deutschland. Er freut sich über die Chance. „In meiner Freizeit lerne ich weiter Deutsch, ich editiere auch Filme für soziale Netzwerke und fotografiere“, sagt er. Später möchte er Filme für Flüchtlinge drehen, um ihnen die Integration zu erleichtern. „Sie brauchen Kultur- und Sprachkenntnisse“, betont Henning Görtz.

Auch bei der Vermittlung zwischen den Kulturen hat Emaad sich bereits bewährt. „Er hat an der Website „bunte Vielfalt“ mitgewirkt und den Flyer für das gleichnamige Fest gestaltet“, so Gabriele Abel. Auch als Dolmetscher habe er sich bewährt. „Als Verwaltung möchten wir mit gutem Beispiel bei der Integration von Flüchtlingen vorangehen“, erklärt sie weiter.





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