zur Navigation springen

Gefährlicher Verkehr in Bargfeld-Stegen : Bürgerinitiative kämpft für sichere Schulwege

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Tempo-30-Schilder sind entfernt worden – Eltern sehen Teile von Bargfeld-Stegen sicherheitstechnisch abgehängt. Sie fordern alternative Maßnahmen.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Bargfeld-Stegen | Vor gut zwei Monaten sind die Tempo-30-Schilder auch in Bargfeld-Stegen und in Jersbek abgebaut worden. „Tempo 30 ist nur noch in der Nähe von Schulen zulässig und in Wohngebieten“, erläutert Karen Westermann. Damit wollen sich einige Eltern nicht abfinden. Sie fordern nicht unbedingt neue Tempolimits, aber einen sicheren Schulweg.

„Eine Fußgängerampel, eine Verkehrsinsel oder ein Zebrastreifen an der Bushaltestelle Jersbeker Straße wären schon hilfreich“, findet Birte Paul. Ein Zebrastreifen sollte auch auf dem Schulweg über den Dorfplatz von der Nienwohlder Straße aus für Sicherheit sorgen. Ein Schild „Achtung Kinder“ oder eine Aufpflasterung als Verkehrspuffer wären für sie ebenfalls in Ordnung. „Oder eine optische Verengung mit Baken wie in Elmenhorst.“ Ihr gehe es darum, die Auto- und Lkw-Fahrer auf der langen Geraden am südlichen Ortseingang abzubremsen. Dort konzentriere sich der Schulbusverkehr, die Haltestelle sei auf halber Strecke.

Die Initiative weiß den Gemeinderat, den Bauausschuss und den Verein Familientreff, in dem 250 Familien organisiert sind, auf ihrer Seite. Die Vertretung hat beim Kreis eine Überprüfung beantragt. „Wir haben 300 Unterschriften für eine Ampel gesammelt“, sagt Torsten Kraft. Selbst einige Fahrer der Kieslaster hätten das unterstützt. Die Verkehrsaufsicht überzeugte das nicht. „Es wurde gesagt, dass die Zahl der Fahrzeuge dafür nicht ausreicht“, so Birte Paul. Der Kreis berufe sich dabei auf die jüngste Zählung vom Jahr 2011. Die nächste ist fürs kommende Jahr geplant. „Das hätte man doch abwarten können“, sagt Kraft.

„Der ganze Osten der Gemeinde ist vom Rest abgehängt“, kritisiert Birte Paul, „es gibt keine sicheren Überwege ins Dorfzentrum.“ Sportstätten, Läden und die Grundschule könnten nicht sicher erreicht werden. So bleibe bisher nur übrig, die Kinder immer wieder zur Vorsicht zu ermahnen.

Die Kreuzung der Elmenhorster mit der Jersbeker Straße sei potenzieller Unfallschwerpunkt, weil „die großen Kastanien dort die Übersicht verhindern“, so Birte Paul. Diese gefährliche Situation werde die Initiative nicht hinnehmen: „Wir werden wieder aktiv und suchen nach Lösungen.“ Verschärft werde die Lage durch ein geplantes Neubaugebiet östlich der Jersbeker Straße: „Dort werden weitere junge Familien hinziehen.“

Besonders verärgert ist die Initiative über ein Faltblatt der Wählervereinigung WVB, das kürzlich verteilt wurde. Sie brüstet sich damit, die neue Verkehrsregelung durchgesetzt zu haben. „Auch wenn es einigen Mitbewohnern nicht passt, die Rechtsgrundlage ist entscheidend“, heißt es darin. „Es ist schon pikant, dass sie damit für sich werben“, sagt Kraft, „denn einige führende Mitglieder der WVB sind Schulleiter oder Kita-Beiräte.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen