Bürgerbegehren soll Procom stoppen

Bernd Eckert (rechts) hält absolut nichts von den Umbauplänen des Schützenplatzes und trägt sich sofort in die Unterschriftenliste ein - (von links) Gerhard Heinze, Axel Schulz und Jens Hoffmann. Foto: Resthöft
Bernd Eckert (rechts) hält absolut nichts von den Umbauplänen des Schützenplatzes und trägt sich sofort in die Unterschriftenliste ein - (von links) Gerhard Heinze, Axel Schulz und Jens Hoffmann. Foto: Resthöft

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24. August 2009, 10:00 Uhr

Trittau | Der Widerstand gegen das geplante Einkaufszentrum auf dem Trittauer Schützenplatz wird heftiger. Seit Freitag werden sogar Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt. Ziel: Der Schützenplatz soll so bleiben, wie er jetzt ist. Angestoßen haben diese Unterschriftenaktion Gerhard Heinze, Axel Schulz und Jens Hoffmann. "Es geht hier nicht um irgendwelche parteipolitischen Ziele, sondern um unseren Ort", betont CDU-Fraktionsvorsitzender Hoffmann, der Wert darauf legt, dass die Initiatoren der Unterschriftenaktion als Privatleute handeln. Unterstützung erhalten sie allerdings von der CDU und der Gewerbegemeinschaft Trittau.

Es sind mehrere Gründe, weshalb sie gegen die Bebauung des Schützenplatzes sind. Einerseits befürchten sie einen immensen finanziellen Verlust für die Gemeinde. Beim jetzigen Stand der Planungen von Investor Procom fielen laut Hoffmann etwa 5 200 Quadratmeter Fläche weg. "Unter Anbetracht der aktuellen Bodenrichtwerte von 160 Euro pro Quadratmeter macht das einen finanziellen Verlust von 832 000 Euro für die Gemeinde aus", heißt es in der Begründung für das Bürgerbegehren.

Mehr noch ärgern sich die Initiatoren über das in ihren Augen zutiefst "undemokratische Verhalten". "Die Gemeindevertertung soll am 22. September die Änderungen des Bebauungs- und des Nutzungsplanes beschließen", so Hoffmann. "Die Bürger werden aber erst am 28. September informiert, wenn es schon zu spät ist." Bei einer so wichtigen Entscheidung müssten die Bürger aber beteiligt werden, fordert Gerhard Heinze, Initiator der Unterschriftenaktion und 40 Jahre lang Mitglied der Gemeindevertretung. Und noch etwas regt Jens Hoffmann auf: Er habe aus Gesprächen mit der Verwaltung erfahren, dass die Termine von Gemeindevertretersitzung und Bürgerinformation extra auf Wunsch des Investors so gelegt wurden. "Da müssen Teile des angeblich noch geheimen Einzelhandelsgutachtens bereits bekannt sein", vermutet er.

Offiziell soll das Gutachten erst am Donnerstag, 10. September, im Planungsausschuss vorgestellt werden. Für Hoffmann und seine Mitstreiter werden es harte Wochen werden. Bei der Sitzung des Schul-, Sport- und Kulturausschusses am Dienstag, 1. September, wollen sie ihre Unterschriften überreichen. Damit das Bürgerbegehren zulässig ist, müssen mindestens zehn Prozent der wahlberechtigten Trittauer unterschreiben, nötig sind also rund 650 Unterschriften. Wenn die Kommunalaufsicht den Antrag zulässt müssen bei der Abstimmung überdie Zukunft des Schützenplatzes mindestens 20 Prozent der wahlberechtigten Trittauer zur Abstimmung gehen. Dann aber genügt eine einfache Mehrheit, um die Pläne der Gemeinde zu stoppen.

Die Unterschriftenlisten zum Bürgerbegehren liegen in Trittauer Geschäften und an CDU-Ständen aus.

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