zur Navigation springen

Rethwischer Ärger : Bürger sind sauer auf die Kirche

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Weihnachtswald in Rethwisch wird nach und nach abgeholzt. Wo sind die Tannen hin?

In Rethwisch sind zahlreiche Bürger verärgert. Ohne das jemand mit ihnen gesprochen hat, werden immer wieder Tannen im Weihnachtswald hinter der Rethwischer Christuskirche abgeholzt. Grund des Ärgernis: Die Bäume wurden 2002 von Bürgern aus der Gemeinde gespendet.

Die Idee für den Weihnachtswald hatten seinerzeit Pastor Joachim Malecki und Axel Feddern, der damals als Gärtner rund um die Kirche tätig war. Die Bäume sollten ein Ersatz für den Wald werden, der zuvor Neubauten neben der Kirche weichen musste. Das dortige Grundstück gehört der Familie Eick, die auch der Kirche in den 1960er Jahren das Areal für den Bau der Christuskirche verkauft hat.

Damit ein neuer Weihnachtswald entstehen konnte, wurden die Bürger aufgefordert, als Christbaum fürs Fest möglichst Nordmanntannen mit Ballen zu kaufen. Diesem Aufruf folgten zahlreiche Rethwischer, und in einer gemeinsamen Aktion wurden dann die Tannen gepflanzt. „Wir haben auch eine Wildblumenwiese angelegt, auf der dann später Margariten, Roter Mohn, Kornblumen und vieles andere wuchsen“, so Axel Feddern. In den folgenden Jahren gab es zwei Mal einen Weihnachtsmarkt mit zahlreichen Ausstellern zwischen den Tannen.

Mit dem Weggang von Pastor Malecki hörte auch der damals 66-jährige Feddern als Gärtner für die Kirche auf. Allerdings verkaufte er weiter Tannenbäume aus Dänemark und spendete auch Weihnachtsbäume für Kirche, Pastorat und Kindergarten. „2013 sind dann etwa zehn der Tannen gefällt worden“, so Feddern. Er hat sich darauf hin an den Kirchenvorsteher Christian Schröder gewandt. „Der sagte mir zu dass er sich darum kümmert, und das hat er dann auch getan“, so Feddern.

Doch 2014 wurden wieder Tannen abgeholzt. Axel Feddern wandte sich an Pastorin Eva Rincke. Anfang Januar 2015 hatte er ein Gespräch mir ihr. Aber seine Argumente schienen offensichtlich nicht zu fruchten. „Kurz darauf wurden nochmals Bäume abgeholzt“, betont Feddern.

Was mit den Bäumen gemacht wurde, weiß er bis heute nicht. „Es ist doch ein Unding, dass niemand mit uns gesprochen und uns informiert hat“, sagt Ernst Eick. Der ehemalige Rethwischer Bürgermeister und Kreistagsabgeordnete ist sauer auf die Kirche, dass sie so mit den Leuten umgeht. „Die Bürger haben die Bäume schließlich gestiftet.“ Rund 25 Bäume sollen nach den Angaben von Axel Feddern im Weihnachtswald gerodet worden sein.

Inzwischen bringt eine Schautafel des Naturschutzbunds Nabu und der Kirche etwas Licht in das Fälldunkel. Es wurde vor kurzem direkt am Weihnachtswald aufgestellt. Darauf ist zu lesen, dass dort eine Wärmeinsel als Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere entstehen soll. Die standortfremden Nadelbäume sollen dafür nach und nach verschwinden und durch heimische Sträucher ersetzt werden.

Eick und Feddern sind sich einig: Die Bürger hätten vorher informiert werden müssen, da sie „die Bäume gespendet haben“.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen