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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 05:43 Uhr

Ahrensburg : Brücke schwimmt sich frei

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Umweltausschuss könnte heute den Weg frei machen für einen Neubau der Moorwanderwegbrücke. Die Kosten sollen sich auf knapp 900 000 Euro belaufen.

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erstellt am 11.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Mehr als fünf Jahre unterhält sich Ahrensburg bereits über die Sanierung der maroden Moorwanderwegbrücke. In den Haushalt 2013 wurden erstmals 450  000 Euro eingestellt. Eine Kostenschätzung ergab dann aber rund 800  000 Euro – was als viel zu teuer kritisiert wurde und die Reparatur bis heute verhinderte. Nachdem alle Versuche mit alternativen und weniger teuren Ansätzen gescheitert sind, will der Umweltausschuss heute den Weg für einen Neubau der Brücke frei machen– zum Preis von 891  000 Euro.

Das sind gut 50  000 weniger als der Entwurf, den das von der Stadt beauftragte Hamburger „Büro 51“ vor knapp einem Jahr vorgestellt hatte. Die Planer gingen mit dem Auftrag aus dem Ausschuss, ihren Entwurf hinsichtlich der Kosten noch mal zu überarbeiten. Die Konstruktion sieht eine Schwimmbrücke vor, die aus einzelnen Segmente aus einer Stahl-Holzkonstruktion auf ausgeschäumten Schwimmkörpern besteht.

Bislang waren die Planer allerdings von einem 80 Meter langen festen Steg am nördlichen Ende ausgegangen. Wie erneute Bodenuntersuchungen gezeigt haben, ist das wegen des auch dort nicht tragfähigen Untergrunds nicht machbar. Die Brücke muss nun auf ganzer Länge von 320 Metern schwimmend gebaut werden. An den beiden Enden wird sie an einem Fundament aufgehängt.

„Wir waren auch bass erstaunt und hatten schon befürchtet dass es die Kalkulation über den Haufen wirft“, sagt Annette Kirchgeorg aus dem Umweltamt. „Ich bin froh, dass wir jetzt so weit sind. Der Teufel steckt im Detail. So eine Brücke gibt es bisher noch nirgends.“

Die Mehrkosten durch mehr Schwimmelemente konnten mit den Einsparungen kompensiert werden, die sich vor allem geringeren Lastannahmen und einer von zwei auf 1,60 Meter reduzierten nutzbaren Breite der Brücke ergeben. Die 1,60 Meter sind allerdings keine Verschlechterung, sondern entsprechen der heutige Breite.

Zudem hofft Ahrensburg auf zusätzliche Fördergelder. 2016 hatte sich die Stadt mit der „Erneuerung des Moorwanderweges im Naturschutzgebiet Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal“ beim Europäischen Fonds für regionale Entwicklung für den Wettbewerb investiver touristischer Maßnahmen beworben. Im Februar hatte die Jury das Projekt für die zweite Phase empfohlen, die Antragstellung. Voraussetzung dafür: Eine Entwurfsplanung mit Kostenangaben, ein Haushaltstitel und ein Nachweis, dass damit der Tourismus gefördert wird.

Dazu passt die Planung, auf der Trasse und in der Breite der alten Brücke zu bauen, da so Eingriffe in Natur und Landschaft deutlich vermieden werden. Auch die „landschaftsangepasste Baukonstruktion und Materialwahl tragen sehr wesentlich zu einem qualitätsvollen Landschaftsbild bei“, heißt es in der Vorlage. Selbst die geplante Bauzeit richtet sich nach den Vorgaben des Naturschutzes: 15. August 2018 bis 28. Februar 2019.

Aus dem Efre-Fonds beim Land winken statt 40 nun 50 Prozent Zuschuss. Im Ahrensburger Haushalt 2017 stehen inklusive der Ermächtigung aus dem Vorjahr 720  000 Euro zur Verfügung. Weitere 288  000 Euro sind bislang als Zuschuss eingeplant. Bei einer Förderquote von 50 Prozent, würde sich der städtische Anteil auf 455  500 Euro verringern. Ob das Geld wirklich fließt, weiß man erst, wenn der Antrag gestellt ist. „Dazu brauchen wir den Beschluss des Umweltausschusses“, so Annette Kirchgeorg. Der tagt heute um 19.30 Uhr im Peter-Rantzau-Haus.

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